52-Stunden-Flug: Auf den Spuren von Herr der Ringe

Neuseeland - Teil 4 Das harte Schuften auf den riesigen Kiwiplantagen ist nun endlich vorbei und die große Rundreise durch das Land der Kiwis hat nun begonnen. Seit fast zwei Wochen bin ich nun mit meinem Reisegefährten Guido und unserem Camper namens „Smaug“ unterwegs.

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  • Neuseeland Chris

    Kurz mal innehalten, bitte! Neuseeland liegt Chris zu Füßen. Der Tongariro-Nationalpark ist allen Herr-der-Ringe-Fans besser bekannt als „Mordor“.

  • Neuseeland Chris

    Chris (r.) hat in Neuseeland einen Gefährten gefunden. Mit Guido macht er sich auf in den Tongariro-Nationalpark…

  • Neuseeland Chris

    Im Tongariro-Nationalpark erwarten unseren Work-and-Traveller minus 16 Grad und Schneestürme. Die Laune ist trotzdem gut.

Bereits in dieser kurzen Zeit haben wir schon einiges gesehen. Ein ganz besonderes Erlebnis möchte ich hier nun gerne mit Euch teilen. Neuseeland ist bekannt für seine wundervollen Landschaftsbilder. Vor allem Peter Jacksons Verfilmung von „Der Herr der Ringe“ machte die neuseeländische Landschaft weltweit berühmt. Obwohl ich selbst kein großer Herr-der-Ringe-Fan bin, habe ich mir bereits einige Drehorte auf der Nordinsel angeschaut.

Der Tag wird zu einem Abenteuer

Mein persönliches Highlight war dabei das Tongariro Crossing, vielleicht bei den Herr-der-Ringe-Fans unter Euch besser bekannt als „Mordor“. Zusammen mit Guido habe ich mich in den vergangenen Tagen auf den Weg gemacht, um diesen 19 kilometerlangen Walk zu laufen. Das Tongariro-Crossing liegt im Tongariro-Nationalpark im Herzen der neuseeländischen Nordinsel. Der Weg fängt relativ sanft an und nimmt dann immer mehr an Steigung zu, bis man den höchsten Punkt von ca. 1 900 m erreicht hat. Danach ist der Abstieg recht angenehm. Es hört sich ziemlich einfach an, aber tatsächlich sollte dieser Tag doch zu einem richtigen Abenteuer werden, was wir vorher eigentlich nicht wirklich geplant hatten.

Der Tag beginnt recht früh. Um kurz nach sieben bringt uns der Shuttleservice vom Hotel zum Anfang des Tracks. Bereits jetzt bläst uns ein eiskalter Wind ins Gesicht, was sich nach den ersten paar Kilometer auch nicht ändert. Nachdem dann zu beiden Seiten des Weges allmählich die Gebirgskämme in Sicht kommen, hört der Wind auf und vor uns erstreckt sich ein weites Feld voller Geröll und Schutt, überwuchert von Büschen und trostlos wirkenden Pflanzen. Diese Szenerie benutzte Peter Jackson damals, um Saurons Reich Mordor darzustellen und ich kann wirklich sagen, dass er keine bessere Ort-Wahl hätte treffen können!
Nun geht es bergauf. Links und rechts ragen die gewaltigen Gipfel von Mount Tongariro und Mount Ngauruhoe in den Himmel.

Von Wolken umhüllt

Der Berg Mount Ngauruhoe stellt bei Herr-der-Ringe den berühmten Schicksalsberg bzw. Mount Doom da. Leider können wir den schneebedeckten Gipfel nicht sehen, weil dieser in Wolken gehüllt ist. Je höher wir klettern, umso dichter wird die Wolke und umso mehr wird der Schnee um uns herum.
Glücklicherweise hat man uns im Hostel Steigeisen gegeben, da bereits vor unserem Aufbruch bekannt ist, dass wir auf dem Weg definitiv auf Schnee und Eis treffen würden. Ganz ehrlich, ohne die Steigeisen wäre es unmöglich, die Strecke zu laufen. Je höher wir steigen, umso schlechter wird das Wetter. Der Weg ist vereist und wir stehen jetzt bis zu den Knien im Schnee. Da wir in einer Wolke stehen, sehen wir nichts – außer Weiß. Wir probieren es weiter, sind ehrgeizig und fasziniert.

Nach einem schwierigen Aufstieg erreichen wir schließlich den Gipfel. Nun nimmt der Wind wieder zu und wir kommen dort in einen richtigen Schneesturm. Wir müssen nun gegen Wind mit einer Geschwindigkeit 65 Stundenkilometern und einer Temperatur von minus 16 Grad kämpfen. Nach einer halben Stunde ist der harte Kampf gegen Wind und Wetter vorbei und das Wetter bessert sich etwas und wir können nun endlich den Blue-Lake und die Emerald-Lakes erkennen. Ab diesem Punkt wird der Weg wieder angenehm und wir können die gesamte Route nach sechs Stunden erfolgreich abschließen.

Trotz der Komplikationen in der Mitte ist diese Wanderung bisher mein persönliches Highlight. Jedem, der sich vornimmt, einmal nach Neuseeland zu reisen, kann ich diesen „Great Walk“ nur empfehlen. Die Aussicht und der Tongariro-Nationalpark sind einfach bombastisch und ich bin mir sicher, dass es solch eine Landschaft nirgendwo anders auf der Welt gibt…


AUTOR
Chris Riedel
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    22. Juli 2016, 15:54 Uhr
    Aktualisiert:
    23. November 2016, 03:34 Uhr