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PES2015: Der Fußball-Exot

Ein Eintrag von Stephan Rathgeber

Bis vor ein paar Jahren war es noch eine reine Gewissensfrage: Wenn es um Fußballspiele ging, war entweder FIFA oder Pro Evolution Soccer angesagt, dazwischen gab es nichts. Als jedoch der Umstieg auf die neue Konsolengeneration erfolgte, ließ PES-Hersteller Konami eine ganze Fangemeinde im Stich. Nun melden sich die Japaner mit PES2015 erstmals auf Next Gen zurück.

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  • PES2015

    Schön umgenietet: Grätschen und Co. fluppen verdammt schnell - weil Spieler noch flotter als früher auf die Befehle des Gamers reagieren.

  • PES2015

    PES 2015 hat eine coole Freistoßmodi. Mit dem Balken kann man die Flugbahn des Balles genau einstellen.

  • PES2015

    Taktisch viel einzustellen: In PES2015 wurden Taktik und Spielkonfiguration erneut verbessert.

  • PES2015

    Die "Champions League" ist durchlizensiert, Schalke lässt sich in PES2015 also mit Original-Spielern steuern.

Generell galt früher: Wer Pro Evolution Soccer spielt, der will eine möglichst realistische Fußball-Simulation ohne viel Schick-Schnack: Lizenzen der großen Europäischen Ligen gab es nicht, dafür eine sehr komplexe – wenn auch ausgereifte – Steuerung und Physik. So konnte man lange mit Marktführer FIFA mithalten.

Zuletzt wurden Fans des Konami-Ablegers jedoch herbe enttäuscht. Als Ende 2013 die neue FIFA-Variante bereits auf PS4 und Xbobx One angeboten wurde, mussten sich PES-Spieler noch mit einer Neuauflage für die alte Konsolengenerationen herumschlagen. Eine gewisse „Abwanderung“ folgte, zumal PES2014 in puncto Grafik und Co. weit hinter der EA-Ausgabe zurückblieb.

„Der Platz ist unser“

Nun meldet sich Konami mit dem Schlachtruf „Der Platz ist unser“ zurück: PES2015 ist die erste Fußballsimulation der Japaner, die für Next-Gen-Konsolen gemacht wurde – Vorschusslorbeeren inklusive: Auf der Gamescom wurde der Titel als bestes Sportspiel prämiert. Ob die Spieler das ähnlich sehen?

Beim ersten Start wird jedenfalls schnall klar: Vom Konzept her hat sich PES nicht verändert. Noch immer sind Original-Lizenzen für Bundesliga oder Premier League nicht vorhanden, dafür findet man ein paar Exoten wie die Brasilianische Liga und sogar die Champions League – ein Wettberwerb, den FIFA nicht im Repertoire hat. So sind Schalke, BVB, Bayern München und Bayer Leverkusen mit den echten Spielern wählbar. Hinzu kommen ein paar erfundene Vereinsnamen mit Original-Spielernamen.

Grafisch ohne echte Highlights

Aber – und das wusste schon Adi Preißler – entscheidend ist auf’m Platz.  Also starten wir eine Runde Champions League und schauen, was PES2015 so drauf hat. Glücklicherweise können wir vor dem Start noch die Steuerung einstellen. So können FIFAnierer auch ohne Probleme mit Konami vorlieb nehmen.

Dann der heiß ersehnte Start – und die erste Enttäuschung: Grafisch müssen PES-Spieler noch einiges hinnehmen: Die Körper der Fußballer wirken klobig, die Bewegungsabläufe erscheinen nicht sehr glücklich. Auch die Schuss- und Passbalken werden lieblos ohne einen Rahmen eingeblendet. Hier gibt es noch einigen Nachholbedarf.

Man, ist das schnell!

Doch PES war nie ein Spiel, das grafisch hohe Erwartungen erfüllen sollte (auch, wenn es das früher konnte). Es ging den Herstellern stets um ein realistisches Spielerlebnis. Und da haben die Macher mal wieder vieles richtig gemacht: Die Fußballer reagieren erstaunlich schnell auf die Befehle des Spielers, Pässe, Schüsse und Flanken müssen auf die Millisekunde genau und mit der exakten Richtung abgegeben werden, damit sie zum Erfolg führen. Die taktischen Konfigurationsmöglichkeiten sind ebenfalls sehr ausgereift – so kann die Mannschaft für jede Aufgabe perfekt eingestellt werden. Zwar könnte diese Art Fußball auf Nicht-PESler fremd und schwer wirken, der Gewöhnungseffekt tritt jedoch schnell ein.

Auch die Spielmodi wurden im neuen PES angepasst. So gibt es mit „myClub“ eine neue und verbesserte Online-Meisterliga – der Standard-Spielmodus, um eine eigene Mannschaft aufzubauen und in einem Ligensystem zum Erfolg zu führen. In der neuen Modi können die virtuellen Manager Spielertransfers wie im richtigen Fußball-Leben vornehmen. Außerdem wurden Spieler-Agenten integriert, um die richtigen Spieler zu finden. Denn der Teamgeist spielt ebenfalls eine größere Rolle – so müssen die Fußballer genau zusammenpassen, damit die Mannschaft erfolgreich zusammenspielt. Wöchentliche Live-Updates sorgen zudem dafür, dass die vorhandenen Teams stets auf dem neuesten Stand sind.

Fazit: Kein Muss, aber spielenswert

PES2015 überzeugt nicht durch grafische Höhenflüge oder ein breites Lizenzpaket. Das muss es aber auch nicht: Wer bereit ist, bei Original-Teams und Optik ein Auge zuzudrücken und lieber auf eine sehr ausgereifte Spielphysik setzt, ist mit dem neuen PES bestens beraten.
Infos:
Spiel: Pro Evolution Soccer 2015
Spielbar auf: PS3, PS4, Xbox One, Xbox360, PC
Getestet auf: PS4 (Muster wurde zur Verfügung gestellt)
Preis: 54,99 Euro bei Amazon
1 KOMMENTAR
16.02.15 09:09

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von aacciaraulc

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Stephan Rathgeber
Stephan Rathgeber
Online-Redaktion

ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    23. November 2014, 10:33 Uhr
    Aktualisiert:
    4. Mai 2017, 12:54 Uhr