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"Morgen hör ich auf": Wie Pastewka zum Gangster wird

Ein Eintrag von Stefan Korte

Ab Samstag gibt es beim ZDF einen echten Leckerbissen zu sehen. „Morgen hör ich auf“ heißt die fünfteilige Serie mit Bastian Pastewka, die einst als „Deutsches Breaking Bad“ angekündigt worden war. Dieses Label erfüllt sie zwar nicht, verspricht dennoch großes Kino.

  • "Morgen hör ich auf" im ZDF

    Familie Lehmann, v.l.n.r.: Mutter Julia (Susanne Wolff), Sohn Vincent (Moritz Jahn), Tochter Laura (Janina Fautz), Nesthäkchen Nadine (Katarina Kron) und hinter dem Sofa Vater Jochen (Bastian Pastewka). Foto: obs/ZDF/ZDF / Mathias Bothor

Nein, also mit Walter White hat Pastewka relativ wenig gemein. Muss er aber auch nicht. Denn anders als es beispielsweise ein mexikanischer Fernsehsender getan hat, wurde beim ZDF nicht versucht, tatsächlich eine Kopie von „Breaking Bad“ hinzulegen. Dennoch: Die Grundidee (rechtschaffender Familienvater wird unfreiwillig zum Obergangster) ähnelt dem US-Vorbild.
 
Bastian Pastewka spielt Jochen Lehmann, der mit seiner Familie in Bad Nauheim lebt. Ihm gehört eine Druckerei, die er einst vom Schwiegervater geerbt hat. Doch die Geschäfte gehen schlecht, schon bald sind die Lehmanns pleite. Dass die Frau fremdgeht und die Teenie-Kinder den Aufstand proben, ist da beinahe schon Nebensache.

"Fuffies" aus der Druckerpresse

Eines Nachts kommt Jochen Lehmann die Idee: Warum druckt er nicht einfach sein eigenes Geld? Gesagt – getan. Die erstes „Fuffies“ kommen schon bald aus der Druckerpresse und Lehmann bringt die ersten Scheinchen unters Volk. Allerdings bleibt das nicht unbeobachtet. Zwielichtige Gestalten bekommen schnell Wind von den sehr gut gemachten Blüten und wollen Lehmanns Arbeit für sich vereinnahmen – was ihm zunächst gar nicht gefällt. Nach und nach (und da dürften die Parallelen zu „Breaking Bad“ liegen) wandelt sich die Einstellung Lehmanns, es geht immer tiefer in den kriminellen Sumpf.

 

Das ZDF hat bislang nur einen Trailer und ein paar kurze Ausschnitte veröffentlicht. Die lassen aber hoffen. Denn zum einen ist „Morgen hör ich auf“ schön unkonventionell gedreht, keine Traumschiff-Optik, dafür Kino-Feeling. Zudem scheint auch die Erzählweise nicht den üblichen Klischees zu entsprechen. In einem Interview mit dem Branchendienst dwdl.de hatten die Produzenten bereits davon geschwärmt, wie viel Freiheiten ihnen vom ZDF gelassen worden sind – was bei den Öffentlich-Rechtlichen schon ungewöhnlich ist, wie es im vergangenen  Tukur-Tatort  ja wunderbar persifliert worden ist.

Pastewka mal anders, aber genial

Was aber am meisten überrascht: Bastian Pastewka ist nicht nur ein genialer Comedy-Darsteller, sondern tatsächlich auch ein sehr guter ernsthafter Schauspieler. Zwar dürfte „Morgen hör ich auf“ so einige komische Momente beinhalten, doch auch die Drama-Elemente liegen Pastewka offenbar. Die ersten Szenen mit ihm sind auf jeden Fall vielversprechend und machen Lust auf mehr.  
 

„Morgen hör ich auf“
5 Folgen ab Samstag, 2. Januar, um 21.45 Uhr im ZDF und in der ZDF-Mediathek
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Stefan Korte
Stefan Korte
Online-Redaktion

ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    30. Dezember 2015, 13:39 Uhr
    Aktualisiert:
    30. Dezember 2015, 13:49 Uhr