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Netflix-Start in 130 Ländern: Der erste Kanal, der (fast) weltweit auf Sendung ist

Ein Eintrag von Oliver Prause

Das ist die erste mediale Hammer-Meldung des noch jungen Jahres: Netflix startet in weiteren 130 Ländern. Zusammen mit seinen bisher bereits 60 internationalen Sendelizenzen ist der Video-on-Demand-Anbieter damit weltweit per Internet empfangbar. Nur ein riesiger Markt im Fernen Osten sträubt sich.

  • Netflix

    Im Oktober 2014 startete der Online-Videodienst Netflix in Deutschland. Foto: Chris Melzer/Archiv

Netflix hat sich für 2016 viel vorgenommen. Nicht weniger als 31 Eigenproduktionen wird die neue TV-Großmacht in den nächsten zwölf Monaten veröffentlichen. Ein Pensum, mit dem allenfalls noch der schärfste Konkurrent Amazon mit seinem Dienst Prime Video mithalten kann. 

House Of Cards und Daredevil kehren zurück

Die neuen Serien und Filme bei Netflix werden dann rund um den Globus zu sehen sein. Mit einer - allerdings sehr gewichtigen - Ausnahme: China. Die kommunistischen Machthaber verstehen in Sachen "schöner, neuer Fernsehwelt" nämlich keinen Spaß und blockieren die Expansion ins Land des Lächelns. Dabei hätte Netflix natürlich gerade in der bevölkerungsreichsten Nation die größten Wachstumschancen. 

Trotz dieses Wermutstropfens wird die Erfolgsstory in diesem Jahr weitergehen. Die Fortsetzungen von hervorragenden Serien wie "House Of Cards" (Staffel 4), "Daredevil" (Staffel 2), ""Bloodline" (Staffel 2), "Marco Polo" (Staffel 2), "Unbreakable Kimmy Schmidt" (Staffel 2), "Orange Is The New Black" (Staffel 4) und "BoJack Horseman" (Staffel 3) werden die meisten Altkunden wohl locker bei der Stange halten.

Depardieu und Pitt als Zugpferde

Und neue Nutzer könnte Netflix 2016 mit seinen Serien-Premieren gewinnen. Mit Luke Cage erobert ein weiterer Marvel-Superheld den Bildschirm, außerdem spannt der Streaming-Anbieter namhafte Schauspieler-Zugpferde für "Marseille" (Gérard Depardieu), "War Machine" (Brad Pitt) und "Stranger Things" (Winona Ryder) vor den Karren.

Weitere Schritte wagt Netflix auch im Filmsektor. So wird im Februar eine Fortsetzung des Martial-Arts-Streifens "Tiger And Dragon" exklusiv veröffentlicht. Und schon einen Monat später könnte das eigene Hollywood-Engagement erstmals von höchster Stelle honoriert werden. Denn "Beasts Of No Nation" wird im Vorfeld der Oscar-Verleihung hochgehandelt.  Erhält das Bürgerkriegs-Drama über das Schicksal von afrikanischen Kindersoldaten tatsächlich die Trophäe als bester Film, wäre es der erste Gewinner in dieser Kategorie, der nie auf der großen Leinwand gelaufen ist.

Wie man also sieht, wirbelt Netflix derzeit die Kinoszene mächtig durcheinander. Die Dominanz der großen Studios könnte jedenfalls schon bald vorbei sein. Denn auch Amazon hat bereits angekündigt, künftig zahlreiche Filme selbst zu produzieren.

Angriff aufs klassische Fernsehen

Auch die TV-Branche zittert vor den beiden Branchenriesen. In den USA versucht sich Netflix in diesem Jahr erstmals an einer eigenen Talkshow („Chelsea Handler Talk Show“). Eine der letzten Domänen der klassischen Sender - die Live-Unterhaltung - wird damit bald fallen. Und es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Sport-Übertragungen auf den großen Video-On-Demand-Portalen angeboten werden.

Hierzulande ist das - aufgrund der horrenden Summen für die Rechte an Fußball-Bundesliga und Co. - noch Zukunftsmusik. Jedoch hat auch in Deutschland das "lineare Fernsehen" für viele Kunden schon jetzt ausgedient. Sie schauen via Internet nur noch das, was sie wollen - und nur dann, wann sie wollen.
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Oliver Prause
Oliver Prause
CvD- / Online-Redaktion

Seit 1990 im Medienhaus Bauer aktiv. Zunächst als freier Mitarbeiter im Lokalsport, dann in der Regionalredaktion und jetzt als "Onliner".

ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    7. Januar 2016, 12:31 Uhr
    Aktualisiert:
    7. Januar 2016, 14:58 Uhr