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Asylverfahren in Deutschland: Das lange Warten auf eine Entscheidung

Ein Eintrag von Maziad Aloush

MARL Das lange Warten auf die Entscheidung in ihrem Asylverfahren macht Maziad Aloush und seinen Brüdern zu schaffen. Auch die Lage in ihrer Heimat und die Sorge um die Familie lassen die drei jungen Syrer nicht ruhen. Im Blog beschreibt Maziad Aloush das Wechselbad der Gefühle, das ihn in seinem neuen Leben in Marl begleitet.

Es ist Sommer, Zeit für Partys und um Spaß zu haben. Letzte Woche am 1. Mai sind wir in die Biergartensaison gestartet. Es war ein neues Erlebnis für mich. Alle waren lustig. Und wie jedes Mal habe ich auch in dieser Gemeinschaft neue Leute kennengelernt.

Sicher, es ist nicht immer dasselbe. Viele Leute waren sehr freundlich und andere zogen es vor, keinen Kontakt aufzunehmen. Das ist an jedem Ort der Welt normal.

Mein Bruder und ich waren als Biergartenhelfer im Einsatz. Wir werden sicher jeden Mittwoch helfen für eine bessere Integration. Ich fühlte mich jedes Mal stolz, wenn Leute mich erkannten und fragten, wie ich mich fühle, weil ich für die Zeitung schreibe.

Immer wird gesagt: Warten!!!

Aber ich brauche Antworten auf meine Fragen: Wann werde ich abends meinen Kopf auf das Kissen legen und direkt einschlafen, ohne lange über meine Eltern nachzudenken!? Wann werde ich aufwachen und den Tag mit dem Lächeln meiner Mutter beginnen!? Wie lange werde ich warten müssen, meinen Pass zu bekommen, ein normaler Arbeitnehmer zu sein und mein Geld mit meinem Beruf zu verdienen!? Es ist wirklich ein übles Leben wie ein Parasit in einem Land zu sein, in dem jeder schwer arbeitet wie in einem Bienenkorb.

Warum bekamen wir immer nur eine Antwort, wenn wir nach unseren Papieren fragen!? Immer wird gesagt: Warten!!!

Ich hoffe, dass sich etwas ändert, wenn die Zuständigen unsere Situation genauer betrachten und auf die Situation der Männer schauen, die vor mehr als neun Monaten nach Deutschland kamen. Es waren 22 in der Gruppe. 90 Prozent von ihnen kamen am selben Tag in dasselbe Flüchtlingslager in Dortmund. 19 haben seit dem zweiten Monat das Aufenthaltsrecht und Arbeit. Nur drei warten immer noch – schwermütig.

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Mazyad Maloush
Maziad Aloush
Gast-Autor

Maziad Aloush ist 31 Jahre alt und musste aus Syrien fliehen. Der Englischlehrer ist schließlich in Marl gelandet und möchte am liebsten sofort etwas tun - wenn da nicht die Behörden wären. In seinem Blog berichtet er über seine Flucht, aber vor allen Dingen auch über seine Zeit im Kreis Recklinghausen.

ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    10. Mai 2016, 15:31 Uhr
    Aktualisiert:
    10. Mai 2016, 16:07 Uhr
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