Blog: Unter uns

Maziad Aloush beim Karneval in St. Barbara: Wieder ein Schritt ins neue Leben

Ein Eintrag von Maziad Aloush

MARL Seit August lebt Maziad Aloush in Marl. Mit seinen zwei jüngeren Brüdern ist er vor dem Krieg in Syrien geflüchtet. Der amerikanische Journalist Shane Dixon Kavanaugh hat für „Vocativ“ ein US-Nachrichtenmagazin im Internet über Maziads Flucht geschrieben. Jetzt hat er erfahren, dass der junge Syrer einen Internet-Blog für die Marler Zeitung schreibt und sich an unserer Redaktion gewandt.

  • Maziad (links) mit seinem Bruder Mohammed und Heike Riediger beim Karneval in St. Barbara. Familie Riediger hatte die beiden Brüder eingeladen. Foto: (privat)

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Unter dem Titel „Too Poor To Escape“ (Zu arm zu entkommen) beschreibt der Journalist am Beispiel des jungen Syrers, wie viel Geld Flüchtlinge aufbringen müssen, um Krieg und Terror zu entkommen.

Dass Maziad Aloush in Marl Freunde gefunden hat, die ihm Alltag helfen und ihn auf seinem Weg in ein neues Leben begleiten, findet Shane Dixon Kavanaugh „Amazing“ („Erstaunlich“). Dass so viele Menschen in Marl ehrenamtlich Flüchtlingen im Alltag zur Seite stehen, ist für den Journalisten aus Übersee besonders überraschend. In der nächsten Folge seiner Geschichte soll im Mittelpunkt stehen, wie Maziad Aloush in Marl aufgenommen wurde und wie sein neues Leben weitergeht.

Maziad Aloush wird am Freitag, 29. Januar, nach Dortmund zu seinem Anhörungstermin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fahren, damit sein Asylverfahren endlich in Gang kommt. Ab Anfang Februar kann er in Bochum Deutschkurse belegen. Bis zum Wintersemester will der 31-Jährige das B-2-Zertifikat erreichen, um an der Technischen Fachhochschule Georg-Agricola ein Studium zu beginnen. Er hat die Zusage, dass er mit dem entsprechenden Sprachnachweis auch einen Studienplatz bekommt.

Neuer Blog-Eintrag
In seinem Blog für unsere Zeitung schreibt Maziad Aloush über das, was er im Alltag in Marl erlebt. Zum ersten Mal war er jetzt beim Karneval zu Gast. Über den Abend im Pfarrheim St. Barbara berichtet er:
 
Ich habe mich daran gewöhnt, in Deutschland viel Neues zu erfahren. Jetzt habe ich den Karneval miterlebt, den die Deutschen in diesen Tagen feiern. Am vergangenen Samstag war ich zu einer dieser Karnevalspartys eingeladen und musste wie alle ein Kostüm tragen. Es war eine wunderbare und lustige Show. Ich konnte mich davon überzeugen, dass die Deutschen wirklich wissen, wie man die Freizeit mit Spaß und Unterhaltung verbringt.

Ich habe mich dort mit vielen Leuten unterhalten. Dabei habe ich die wenigen Brocken Deutsch, die ich beherrsche, mit Englisch gemischt, vor allem bei den älteren Menschen. Einige sahen mich an und sagten: „Sind Sie der Mann, der in der Marler Zeitung schreibt? Andere fragten, ob es in Syrien Karneval gibt? Wieder andere wollten wissen, wie man auf Arabisch „Prost“ sagt. Und wir fingen an „Sahtak“ zueinander zu sagen. Es wurde viel getanzt und wir hatten viel Spaß. Ich war wirklich stolz, dass ich zu dieser großartigen Gemeinschaft gehöre.

Danke von Herzen.
Maziad Aloush

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Mazyad Maloush
Maziad Aloush
Gast-Autor

Maziad Aloush ist 31 Jahre alt und musste aus Syrien fliehen. Der Englischlehrer ist schließlich in Marl gelandet und möchte am liebsten sofort etwas tun - wenn da nicht die Behörden wären. In seinem Blog berichtet er über seine Flucht, aber vor allen Dingen auch über seine Zeit im Kreis Recklinghausen.

ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    28. Januar 2016, 15:57 Uhr
    Aktualisiert:
    10. Februar 2016, 12:29 Uhr
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