Blog: Unter uns

Maziad hat Hoffnung für Syrien: Auf Regen muss Sonne folgen

Ein Eintrag von Maziad Aloush

MARL. Nachrichten im Fernsehen schaltet Maziad Aloush nach wenigen Sekunden ab, wenn es um seine Heimat Syrien geht. Der 32-Jährige ist froh, dass es wenigstens von seiner Familie gute Nachrichten gibt.

  • Digitales Antennenfernsehen wird verbessert

    Illustration Foto: Caroline Seidel (dpa)

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Die Eltern und eine Schwester mit ihrer Familie sind wieder zusammen. Lange Zeit lag ein vom IS besetztes Gebiet zwischen Maziads Angehörigen. Niemand durfte passieren. In seinem neuen Blog beschreibt Maziad Aloush, wie er das Schicksals seines Landes erlebt:
 
An einem Tag im Jahr 2012 half ein palästinensischer Arzt in einem zivilen Krankenhaus einer Stadt im Norden Syriens. Als die medizinischen Mitarbeiter gerade mitten in einer Behandlung waren, hörten sie das Röhren von Kampf-Flugzeugen des Assad-Regimes. Die Anderen sagten zu ihrem palästinensischen Kollegen: „Lass uns bitte in den Keller hinunter gehen.“

Als sie unten waren, fragte er die Leute neben ihm: „Warum habt ihr den Standort des Krankenhauses nicht an das Assad-Regime gemeldet. Sie sagten: „Du meinst wohl, wer hat den Standort durchgegeben!“ Er antwortete: „Nein, als ich in Gaza geholfen habe, haben wir Israel gemeldet, wo sich das Krankenhaus befindet, damit es nicht angegriffen wird.“

Ich denke, diese kurze Geschichte kann das Ausmaß an Verbrechen des Systems in Syrien seit Beginn der Revolution veranschaulichen. Jetzt sprechen alle Nachrichtenkanäle über die US-amerikanisch-russische Zustimmung zu einem Waffenstillstand in Syrien. Jeden Tag gibt es Statements von Regierungschefs, Ministern und politischen Persönlichkeiten von außerhalb Syriens. Die Menschen in Syrien haben kein Recht mehr, über ihr Schicksal zu entscheiden. Sie haben nur das Recht vor den Augen der schweigenden internationalen Gemeinschaft stumm zu sterben.

Aber ich glaube an diese Worte: Die Nationen leiden unter Ungerechtigkeit, aber sie werden nicht vernichtet. Nach der langen dunklen Nacht wird sicher ein neuer strahlender Morgen anbrechen.“
 

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Mazyad Maloush
Maziad Aloush
Gast-Autor

Maziad Aloush ist 31 Jahre alt und musste aus Syrien fliehen. Der Englischlehrer ist schließlich in Marl gelandet und möchte am liebsten sofort etwas tun - wenn da nicht die Behörden wären. In seinem Blog berichtet er über seine Flucht, aber vor allen Dingen auch über seine Zeit im Kreis Recklinghausen.

ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    3. Mai 2016, 14:47 Uhr
    Aktualisiert:
    3. Mai 2016, 14:56 Uhr
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