Blog: Unter uns

Sprachbarrieren abbauen: Das erste Ostern in Deutschland

Ein Eintrag von Maziad Aloush

MARL Während der Osterferien gibt es keine Deutschkurse an der Technischen Fachhochschule Georg Agricola in Bochum. Für Maziad Aloush ist jetzt die Zeit, bereits erworbene Sprachkenntnisse im Alltag zu vertiefen. In seinem Blog erzählt der Syrer, wie er die Osterfeiertage mit seinen Brüdern und seinen deutschen Freunden in Marl-Hamm verbracht hat.

  • Maziad Aloush aus Syrien, Blogger für die Marler Zeitung. Foto: Martina Moeller ()

„Zum ersten Mal habe ich Ostern nicht in Syrien gefeiert. Aber ich war glücklich, weil ich diese Tage mit Marlern gemeinsam erlebt habe. Ich habe neue Leute getroffen und Gespräche geführt. Ich habe viel Spaß beim Osterfeuer gehabt und Bier getrunken. Dieses Mal habe ich nur Deutsch gesprochen und ich fühlte mich stolz, wenn ich den anderen in die Augen sah.

Es ist eine Supergemeinschaft

Ich versuche auf Deutsch zu schreiben und gehe mit der deutschen Grammatik fast unter. Es ist nur nicht schwer, sondern unmöglich, sie zu lernen. So kommt es mir gerade vor. (Anm. d. Redaktion: Mit ein bisschen redaktioneller Unterstützung geht es dann doch.)

Ostern war ich dabei, als drei Kinder getauft wurden. Das war interessant und toll. Meine deutsche „Tante“ und Schwester Aloysiana haben meinen Brüdern und mir Schokolade geschenkt. Es ist eine Supergemeinschaft, in der ich lebe.“

Maziad Aloush kam als Flüchtling im Sommer vergangenen Jahres über die Balkanroute aus Syrien nach Deutschland und lebt mit seinen Brüdern seit September 2015 in Marl. Mittlerweile konnte er beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seinen Asylantrag stellen. Jetzt wartet er darauf, eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Ab dem Wintersemester will er an der Bochumer Fachhochschule Bergbautechnik studieren. „Warten ist das erste Wort, das ich auf Deutsch gelernt habe – und das Schlimmste“, sagt er
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Mazyad Maloush
Maziad Aloush
Gast-Autor

Maziad Aloush ist 31 Jahre alt und musste aus Syrien fliehen. Der Englischlehrer ist schließlich in Marl gelandet und möchte am liebsten sofort etwas tun - wenn da nicht die Behörden wären. In seinem Blog berichtet er über seine Flucht, aber vor allen Dingen auch über seine Zeit im Kreis Recklinghausen.

ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    31. März 2016, 12:15 Uhr
    Aktualisiert:
    31. März 2016, 16:57 Uhr
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