Maziad Aloush wartet auf eine Entscheidung: Gut aufgehoben, aber noch ohne Aufenthalt

MARL An der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum könnte Maziad Aloush (32) jetzt schon Arabisch-Kurse geben und damit Geld für seinen Lebensunterhalt verdienen. Doch noch immer heißt es für ihn „Warten“. Über seinen Aufenthalt in Deutschland ist auch nach 15 Monaten nicht entschieden.

  • Maziad Aloush

    Maziad Aloush ist in Marl gut aufgehoben - über seinen Aufenthalt ist aber noch nicht entschieden.

Seit August 2015 lebt Maziad Aloush (32) in Marl. Der Syrer kam als Flüchtling nach Deutschland. In seiner Heimat wäre er als Kämpfer zum Dienst für Regierungstruppen, Rebellen oder den IS gezwungen worden. Maziad Aloush würde endlich gern damit anfangen, sich in Marl eine Existenz aufzubauen. Schon im Januar hatte der Syrer gemeinsam mit seinen zwei jüngeren Brüdern (20 und 17 Jahre alt) ein Interview beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Bochum, um den Aufenthaltsstatus zu klären. Am 20. September war Maziad Aloush erneut zum Interview beim BAMF eingeladen, dieses Mal in Bochum. Seitdem wartet er wieder – und lernt weiter Deutsch an der Technischen Hochschule Bochum.

In seinem neuen Blog, schreibt er über seinen ersten Besuch in der Bundeshauptstadt Berlin:
„Ich habe so viel über die Stadt Berlin und ihre Geschichte gehört und gelesen, deshalb war ich sehr neugierig Berlin zu besuchen. Dann kam die Gelegenheit an unserer Technischen Hochschule Georg Agricola, eine dreitägige Reise nach Berlin mitzumachen. Es war wirklich interessant. Wir waren mit netten Kollegen unterwegs, haben den Bundestag besucht und andere Sehenswürdigkeiten auch.

Das Wetter war zwar nicht gut, aber unsere Motivation viel zu sehen, war stärker. Als Marler konnte ich nicht anders, als Berlin mit der Stadt zu vergleichen, in der ich seit mehr als einem Jahr lebe: Berlin ist ein gutes Reiseziel mit attraktiven Sehenswürdigkeiten und einem funktionierenden Öffentlichen Personennahverkehr. Aber meine Lieblingsstadt ist es nicht. Ich hatte dort nicht dieselben Gefühle, wie ich sie hier im Ruhrgebiet habe. Hier fühle ich mich gut aufgehoben. Ich finde es gemütlich, könnte man sagen. Um es besser zu erklären, fehlen mir (noch) die Worte.“
 
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ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    18. November 2016, 13:57 Uhr
    Aktualisiert:
    18. November 2016, 14:11 Uhr