Blog: Unter uns

Akademische Arroganz: Kein Platz für eigene Gedanken

Ein Eintrag von Annika Mittelbach

Marl Es gibt in manchen Köpfen eine seltsame Vorstellungen von akademischen Seminaren. Darin kommen aufgeschlossene Dozenten und interessierte Studenten vor, die im regen Austausch miteinander diskutieren - auf Augenhöhe.

Die Wirklichkeit ist ein wenig anders. Meistens ähneln Seminare den überfüllten Vorlesungen. Die Dozenten stehen vorne und beten ihren Stoff runter. Oder Studenten stehen vorne und halten ein Referat, dem niemand zuhört, um Punkte zu sammeln, die hinterher niemanden interessieren und von Themen handeln, die man im Rausgehen schon wieder gänzlich aus seinem Kopf gelöscht hat.

Diskussionen kommen nur selten zustande, weil nur die wenigsten mit den Gedanken voll dabei sind und falls das doch mal der Fall ist, hängt ihnen ein bitterer Beigeschmack an. Statt sich höflich und gleichwertig zu begegnen, ist das ganze Gespräch von einer unerträglichen akademischen Arroganz durchzogen. Eigentlich würde man meinen, in geisteswissenschaftlichen Themen gäbe es kein Richtig oder Falsch. Scheinbar gibt es das aber doch. Es ist in Stein gemeißelt, welche Auffassung man in der Uni vertreten darf und wer davon abweicht, kann sich entweder vom Prof sagen lassen, dass die eigene Meinung Unsinn sei oder aber von Komillitonen als "dumm" oder Schlimmeres abgestempelt werden.

Aus dieser Angst heraus sind viele verstummt. Sie wollen sich nicht die Blöße geben und beten stattdessen nach, was ihnen eingetrichtert wird. Da bleibt kein Platz für eigene Gedanken. Dabei könnten die doch auch mal ganz interessant sein...
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Annika Mittelbach
Annika Mittelbach
Redaktion Scenario

ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    29. Januar 2016, 12:35 Uhr
    Aktualisiert:
    29. Januar 2016, 13:22 Uhr