Blog: Unter uns

Ellen bereut: Ich wünschte, ich wäre eine Löschtaste

Ein Eintrag von Ellen Jost

Ich wünschte, ich wäre ein Tintenkiller und könnte Korrektur am Geschriebenen vornehmen. Ich wünschte, ich wäre ein Funkloch, in dem gesprochene Worte verstummen. Ich wünschte, ich wäre die Löschtaste auf der Handytastatur, die von rechts nach links, die getippten Zeichen entfernt.

Ich könnte so vieles rückgängig machen. 
Allerhand wäre nicht existent, nicht passiert.
 
Der Füller schrieb aber Worte, Geschichten und mein Leben. Nichts davon kann ich unsichtbar machen und korrigieren. Gesagtes wurde gehört und verstummt nicht in der Senkung, die die Verbindung zwischen Sender und Empfänger kappt. Getippte Nachrichten wurden gesendet, bevor ich sie löschte.
 
Bereuen wäre nicht richtig. Sollte doch eher ein Gewinn, eine Erkenntnis aus Geschehenem gezogen werden. 
Zu oft tanzen die Gedanken auf dem Parkett von Gestern. Der Drang, Geschehens zu widerrufen, verhindert das Loslassen und das Sein im Jetzt.
 
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.
Ellen Jost
Ellen Jost
Redaktion Datteln / Scenario

ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    26. Februar 2018, 14:13 Uhr
    Aktualisiert:
    26. Februar 2018, 14:16 Uhr