Blog: Unter uns

Ellen guckt hin: Menschen (be-)glotzen

Ein Eintrag von Ellen Jost

Recklinghausen Ich tue es beim Eisessen im Café oder beim vortäuschenden Hören im Seminarraum. Und ja, ich weiß, Ihr tut es auch: Menschen beobachten - und zwar still und heimlich.

Zuschauen, wenn der Typ am Nachbartisch genüsslich die Sahne vom Kakao hebt und in seinen Mund schiebt, ist doch irgendwie interessant. Insbesondere dann, wenn man gerade seit zehn Minuten auf die Verabredung wartet.
Wer hat noch nie gedacht, wie unpassend die Frau in der Leggings mit Animal-Print beim Einkaufen gekleidet ist und zeitgleich seinen eigene Kleidungstil abfeiert?
Oder gibt's da nicht die ältere Dame im Park, die ihre herrlichen Lachfalten mit Stolz trägt und der man beim Entenfüttern stundenlang zuschauen könnte?

Ob es am natürlichen Interesse gegenüber unseren Mitmenschen und deren Lebensweise liegt, dass wir so gerne Leute mustern, weiß ich nicht. Vielleicht ist es auch das Vergleichen mit anderen, das Herausfinden von Unterschieden und Gemeinsamkeiten, die ein Stück Sicherheit bieten. Und so lange das Anschauen nicht zum Gaffen oder penetranten Anglotzen wird, ist das bisschen Beobachten sicher auch moralisch erlaubt.
 
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Ellen Jost
Ellen Jost
Redaktion Datteln / Scenario

ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    3. August 2017, 11:42 Uhr
    Aktualisiert:
    3. August 2017, 11:48 Uhr