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Neuer Quentin Tarantino: Vier gute Stunden plus Raucherpause

Ein Eintrag von Karo Jankowski

In der letzten Woche sind nicht viele Dinge passiert, die mein Gemüt erhitzt haben. Zumindest keine Neuen. Und an Altlasten zu hängen, bringt ja irgendwie auch nichts. Deswegen freue ich mich, heute einfach was Schönes schreiben zu können. Und zwar, dass ich neulich im Lichtspielhaus meines Vertrauens war und mir den neuen Film von Quentin Tarantino ansah.

Nun ja, ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn Dinge, die Überlänge haben, mich schnell langweilen, hat der gute, etwas pathologisch auffällige Mann es geschafft, mich fast vier Stunden lang in meinem Kinositz verharren zu lassen. Es ist nicht leicht in kurzen Sätzen zu beschreiben, worum es in dem Film geht - zumindest was die Handlung betrifft. Es wird viel geschossen, Blut erbrochen, Hirn an Wände katapultiert und Samuel L. Jackson ist auch da. Zu meiner subjektiven Freude, gab es dieses Mal keine fetischlastigen Fußszenen. Das ist schön, ich bin entschiedener Gegner von Füßen.

Dafür gab es unglaublich fabulöse Dialoge und einen sibirischen Winter im amerikanischen (schätzungsweise) 19. Jahrhundert. So sibirisch, dass ich mich mit meiner Jacke zudecken musste. Das spricht entweder dafür, dass meine Ostblock-Gene mich im Stich lassen und ich verweichliche, oder aber dafür, dass Tarantino ziemlich gute cineastische Arbeit geleistet hat. Und ich glaube nicht, dass ich verweichlicht bin. Zuzsammengefasst kann man sagen: Es sind wunderbare fast vier Stunden, in denen man nicht über den ganzen Scheiß nachdenken muss, der in seinem eigenen Leben passiert. Und es gibt eine Raucherpause.
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Caro Jankowski
Karo Jankowski
Redaktion Scenario

ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    3. Februar 2016, 13:55 Uhr
    Aktualisiert:
    3. Februar 2016, 14:01 Uhr