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Tragisch: Brigitte Nielsen: Was macht eine Heldin im Dschungel?

Ein Eintrag von Karo Jankowski

Recklinghausen Die Märchen-Filmreihe "Prinzessin Fantaghiró" war zu ihrer Zeit - 1991 - eine ziemliche Hammerproduktion. Es ging um eine Prinzessin, die in einer fantastischen Märchen-Fantasy-Welt heroische Aufgaben erledigen und gegen das Böse kämpfen musste. Und das personifizierte Böse war damals, in Form der schwarzen Hexe, Brigitte Nielsen. Ich fand Brigitte Nielsen eigentlich immer irgendwie ganz nett. Selbst als sie vor ein paar Jahren das erste Mal im Dschungelcamp war.

Ich bin ja jetzt erwachsen und weiß, dass Schauspieler zu sein "nur" ein Beruf ist, bei dem man genauso schnell arbeitslos werden kann, wie jeder Dachdecker, Herzchirurg oder Fachinformatiker im Supermarkt. Wenn man Promi ist, hat man den marginalen Vorteil, dass man nicht unbedingt zum Amt muss, sondern seinen Dispo mit drittklassigen, menschenverachtenden Fernsehshows decken kann. Soll sie halt machen, ist mir eigentlich relativ egal. Allerdings habe ich im Zuge investigativer Recherchearbeiten herausgefunden, dass Frau Nielsen nach Abdrehen des letzten Fantaghiró-Teils im Jahr 1996 alles daran gesetzt hat, meine unschuldige Kindheitsnostalgie in einem Meer tiefseedunkler Fremdschämerei zu ertränken. VIP-Big Brother. Celebrity Big Brother 3. Flavor of Love. Celebrity Rehab (Wtf?!). Und (am Niederschmetterndsen): "Aus Alt mach Neu: Brigitte Nielsen in der Promi-Beauty-Klinik".

In meinem Herzen wird diese geschundene Seele und gefallene Existenz immer die wunderschöne schwarze Königin mit ihrem rhetorischem Witz und dem zynischen Humor bleiben, die zwei kleine Kinder in ihrem Hexenkeller gefoltert hat. Ich habe sie geliebt. So sehr, dass ich sie durchaus auch gerne als Pflegefall zu Hause aufnehmen würde, um ihr täglich Mettschnittchen zu machen und mit ihr spazieren zu gehen. Es enttäuscht mich zutiefst, dass sie den Gina-Lisa-Reality-Show-Porno-Weg eingeschlagen hat. Vielleicht schreibe ich demnächst mal einen vorwurfsvollen Brief an Sylvester Stallone und beschwere mich darüber, dass er sie damals hat gehen lassen. Vermutlich ist er an allem Schuld. Irgendwer muss es ja sein.
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Caro Jankowski
Karo Jankowski
Redaktion Scenario

ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    20. Januar 2016, 12:45 Uhr
    Aktualisiert:
    20. Januar 2016, 12:56 Uhr