Blog: Unter uns

Zirkus in der Stadt: Zeitreise vor der Tür

Ein Eintrag von Ellen Jost

Das Zirkuszelt - umgeben von Wohn-, Kassen- und Packwagen - erscheint wie eine Fata Morgana. Noch vor Kurzem standen hunderte Blechkisten in Reih und Glied auf dem Parkplatz am Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen. Jetzt leuchten Lichter, wehen Fähnchen und eine ganz besondere Stimmung legt sich über die Stadt.

Das Gefühl, wenn das Popcorn zwischen den Zähnen quietscht, der Duft von Sägespäne und das süße Ziepen der alten Holzbänke gehören dazu, wenn die Zeit für zwei Stunden während der Vorstellung aufhört zu existieren. Vorhang auf, Manege frei, der Zirkus ist da. 
Die Zeltwand wird an beiden Seiten geöffnet und neben mir steht das personifizierte Wunderland. Ein Clown mit roter Nase und zu großen Schuhen, der mich ohne Worte zum Lachen bringt. Ein Schauspieler, ein Künstler, ein Spiegel der Welt zugleich. Er schafft es, dem kleinen Jungen von fünf Jahren sowie dem Greis mit grauem Haar ein Lächeln zu entlocken.
Auch die Verkäufer von Souvenirs und Getränken entstammen der Phantasie. Die anderen Schausteller verzaubern in ihren aufwändigen Kostümen, die oft selbst eine Geschichte erzählen, das Publikum. Sie schweben in der Höhe am Zirkusdach, zeigen akrobatische Höchstleistungen, sind wagemutig, lustig und schön, wie das Konfetti, das in meinen Haaren Platz genommen hat. 
Ein Aufführung im Zirkus ist nicht wie ein Theaterbesuch, ein Konzert oder eine Lesung.
Zirkus ist Magie, ist Zeitreise, ist Seelenbalsam und zufällig zur Zeit direkt vor unsere Tür.
 
1 KOMMENTAR
12.05.18 19:33

Zirkus hat bei mir keinen Stellenwert mehr,

von Bronson

zumal wenn dort Tiere ihre Vorstellung geben. Das haengt damit zusammen, das diese
Wildtiere nicht Artgerecht gehalten werden und so ein jaemmerliches Dasein pflegen.
Spass hoert bei mir da auf, wo andere Lebewesen zum Vergnuegen des Menschen unter fragwuerdigen Bedingungen tressiert werden. Sieht ja lustig aus, ist aber eher zum weinen, nicht wahr. Bei dem Clown stimme ich Ihnen zu, es ist der schwierigste Beruf Menschen zum Lachen zu bringen.

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Ellen Jost
Ellen Jost
Redaktion Datteln / Scenario

ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    19. März 2018, 16:30 Uhr
    Aktualisiert:
    19. März 2018, 16:34 Uhr