Peter Lohmeyer stöbert in einer Bücherkiste. Foto: Angelika Warmuth
Wenige Tage nach dem zehnten Todestag der Schwedin, die am 28. Januar 2002 in Stockholm im Alter von 94 Jahren gestorben war, zeigt die Sammlung das Gesamtwerk der Autorin in vielen Exponaten und Gegenständen aus ihrem Nachlass. Nach Hamburg, wo bereits vor Eröffnung bis zum 17. März verlängert wurde, soll die Ausstellung wieder auf Reisen gehen.
«Mein Lieblingsbuch von ihr ist "Pippi Langstrumpf"», sagte Lohmeyer («Das Wunder von Bern») am Rande der Eröffnung. Was den 50-Jährigen besonders an Lindgrens Büchern fasziniert: «Wenn man ihre Geschichten liest, gewinnt man einfach Kraft. Außerdem ist sie absolut gegen Gewalt eingetreten.» Lohmeyer, dessen Kinder ebenfalls mit Pippi und ihren Freunden groß geworden seien, wird im Rahmenprogramm am 19. Februar aus seinen liebsten Lindgren-Geschichten lesen. Ein Teil der Einnahmen aus dem Ausstellungsprojekt fließt an die Stiftung World Childhood Foundation, die von Schwedens Königin Silvia gegründet wurde.
«Nein, ich will nicht für Erwachsene schreiben», hatte Lindgren erklärt. «Ich will für einen Leserkreis schreiben, der noch Wunder vollbringen kann. Nur Kinder vollbringen Wunder - wenn sie lesen.» Die Schriftstellerin hätte im Schulmuseum ihre wahre Freude gehabt, denn zwischen Büchern, Fotografien, Plakaten, Zeitungsartikeln und Zeittafeln tummelten sich zur Eröffnung auch die ihrer Fantasie entsprungenen Helden: Kinder der Skandinavischen Schule kamen als Pippi, Michel, Klein-Ida, Madita oder Ronja Räubertochter verkleidet und stimmten ein fröhliches «Hey Pippi Långstrump» auf Schwedisch an.
Zusammengetragen hat die Exponate der Oldenburger Pädagoge Matthias Blum, der die Autorin persönlich kannte. Schon in den 90er Jahren legte er den Grundstein für die Sammlung. «Ihre Welt lebt weiter», sagte Verlegerin Silke Weitendorf vom Oetinger Verlag über Lindgren und verwies auf etwa 90 deutsche Buchausgaben sowie zahlreiche Hörspiele, Theaterinszenierungen, Film und Fernsehen.
In Deutschland war das Buch «Pippi Langstrumpf» erstmals 1949 erschienen und bildete den Anfang des Kinderbuchprogramms in dem Hamburger Verlagshaus. Zum zehnten Todestag Lindgrens erinnert Oetinger mit einigen Sonderausgaben sowie Neuheiten an die Schriftstellerin, darunter die erweiterte Biografie «Besuch bei Astrid Lindgren - Auf den Spuren einer Geschichtenerzählerin».





