Dercon holt fünfköpfiges Künstlerteam nach Berlin

Berlin (dpa) Der neue Chef der Berliner Volksbühne stellt sich erstmals vor. In einem völlig überfüllten Saal im Roten Rathaus gibt Chris Dercon bekannt, mit wem er künftig zusammen arbeiten wird.

  • Chris Dercon

    Chris Dercon soll neuer Indendant der Berliner Volksbühne werden. Foto: Rainer Jensen

Chris Dercon, designierter Intendant der Berliner Volksbühne, holt ein fünfköpfiges internationales Künstlerteam an das Theater.

Dazu gehören der französische Tänzer und Choreograf Boris Charmatz, Filmregisseur Romuald Karmakar («Der Totmacher») und Filmemacher und Medienwissenschaftler Alexander Kluge. Ebenfalls dabei: Die deutsche Theaterregisseurin Susanne Kennedy und die dänische Choreografin Mette Ingvartsen. Das gaben Dercon und Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller (SPD) am Freitag bekannt.

Der belgische Kulturmanager Dercon, derzeit noch Chef des Londoner Museums Tate Modern, wird im Sommer 2017 Frank Castorf als Volksbühnen-Chef ablösen. Als Programmdirektorin berief Dercon die Dramaturgin Marietta Piekenbrock. Das Theater werde auch künftig ein Haus mit festem Ensemble, Eigenproduktionen und Repertoire sein, sagte Dercon. «Die Volksbühne wird nicht anders sein, sie wird sich weiterentwickeln», kündigte er an.

Dafür bekommt das Theater, das Dercon in einem schriftlichen Konzept programmatisch «volksbühne berlin» nennt, mehrere Ableger: Mehrere Wochen bis Monate im Jahr soll ein Hangar im stillgelegten Flughafen Tempelhof bespielt werden. Die bisherige Volksbühnen-Spielstätte Prater am Prenzlauer Berg bleibt erhalten. Kooperationspartner des neuen interdisziplinär arbeiteten Volksbühnen-Teams wird das Kino Babylon sein. Außerdem soll es eine neue «digitale Bühne», genannt Terminal Plus, geben. Künstler sollen ihre dafür geschaffenen Produktionen in der Studiobühne der Volksbühne aufzeichnen und live senden.

In den vergangenen Monaten habe er einen «Crashkurs in Meinungen», bekommen, meinte Dercon in Anspielung auf die heftige Skepsis, die ihm als Kulturmanager von vielen Theatermachern entgegengebracht wurde, als die ersten Gerüchte über seine Ernennung aufkamen. Die Volksbühne soll nach dem Willen von Dercon künftig «Theater, Tanz, Performance, Konzert, Kino, Bildende Kunst und Kulturen des Digitalen» unter einem Dach versammeln.



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  • Erstellt:
    24. April 2015, 17:12 Uhr
    Aktualisiert:
    24. April 2015, 17:15 Uhr