Neues Ruhrfestspiel-Logo: Fachwerk trifft auf Hashtag

Das Ende des Steinkohle-Bergbaus ist eine Zäsur im Ruhrgebiet. Das Ende der Ära Hoffmann ist eine Zäsur in der jüngsten Geschichte der Ruhrfestspiele. Die Digitalisierung ist eine Zäsur in Sachen Kommunikation und Informationsvermittlung. Drei gute Gründe – zumindest für den neuen Ruhrfestspiel-Chef Olaf Kröck –, auch das Logo der Ruhrfestspiele 2019 zu modernisieren. Jetzt wurde es erstmals vorgestellt.

  • Ruhrfestspiele 2019

Seit 1952 gibt es die beiden gespiegelten „R“-Buchstaben, die im Laufe der Zeit immer mehr gespiegelten Fördertürmen ähnlich wurden. 1957 dann wurde das heute bekannte Zeichen in ähnlicher Form erstmals vorgestellt. Jetzt gibt es also ein neues.

Für die Entwicklung des Designs hat Kröck die Düsseldorfer Agentur Scheer engagiert, die bereits für seinen vorherigen Arbeitgeber, das Bochumer Schauspielhaus, seit acht Jahren intensiv aktiv war. Herausgekommen ist, so Stefan Scheer im Gespräch mit unserer Zeitung, ein Zeichen, das den Aufbruch verkörpere. Die Spiegelung an der Vertikalen wird durch eine neue Spiegelung des „R“ an der Horizontalen ergänzt.

Das neue Logo öffne sich nach oben, erinnere gleichzeitig an die Fachwerkhaus-Strukturen Recklinghausens und soll zudem – als Assoziation zu unserer digitalen Gegenwart – die Form eines Hashtags (#), einer Art Internet-Stichwort, aufnehmen. Dabei bleibt das Logo diesmal allerdings rein schwarz.

Die finanzielle Situation der Ruhrfestspiele, sprich: der verringerte aktuelle Ruhrfestspiel-Etat (wir berichteten), habe sich nach vielen, teils noch laufenden Gesprächen mit Land, Stadt, DGB, RAG-Stiftung und Evonik zwar gebessert, so Kröck.

Dennoch bleibt neben der Frage: „Muss das sein?“ die Frage: „Was hat das gekostet?“. Eine einfache Antwort bleibt Kröck schuldig. Das war auch zu erwarten. Aber: Bisher wurden für Programmheft, Internet-Auftritt, Online-Ticketverkauf & Co. der Ruhrfestspiele rund 50.000 Euro ausgegeben. Jetzt wird Kröck für neues Logo, (nur noch ein) Programm-Heft, den komplett neuen Internet-Auftritt und neues Ticketing einmalig 100.000 Euro ausgeben. Und er will dann durch die neuen Strukturen jährlich mindestens 10.000 bis 15.000 Euro einsparen. Für die neuen Fahnen als Wahrzeichen der Ruhrfestspiele sorgt zudem das Recklinghäuser Stadtmarketing.

Sicher ist sich der neue Intendant der Ruhrfestspiele, dass das neue Logo Zeit braucht, um akzeptiert zu werden. Ebenso sicher aber auch, dass es sich schnell „in die Köpfe einbrennen wird“.
 
Was meinen Sie? Wir wollen Ihre Meinung. Ist das neue Logo ein Hit oder ein Fehlgriff? Schreiben Sie einfach an kultur@medienhaus-bauer.de
5 KOMMENTARE
21.12.18 22:01

Das wichtigste Ziel wurde doch längst erreicht

von JackBendix

Man spricht so viel über die Ruhrfestspiele wie schon lange nicht mehr.

20.12.18 22:17

Ohne Sinn und Verstand hässliche Neugestaltung

von alte-apotheke-re@t-online.de

Ich würde mich sehr freuen, wenn die Redaktion die Logos seit den 50er Jahren nebeneinander darstellen könnte. Das erste Logo des Recklinghäuser Künstlers Heinz Ridder in den Stadtfarben grün/gelb war für mich das überzeugendste Logo.
Kein seriöses Wirtschaftsunternehmen ändert ohne Not sein Logo: Deutsche Bank, Commerzbank, Deutsche Bahn, Sparkassen, Mercedes Benz, Ford etc.

20.12.18 05:24

Eher

von plusminus

wird sich wohl die Zahl 100.000 in mein Hirn einbrennen als dieser Unsinn, der dann durch Marketingsprech schön geredet wird.

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ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    18. Dezember 2018, 17:36 Uhr
    Aktualisiert:
    12. April 2019, 16:45 Uhr