Der Maler Georg Baselitz war guter Dinge bei der Pressekonferenz in der Villa Schöningen. Foto: Bernd Settnik
«Es lag an meiner Schüchternheit und Scham. Ich war mir nicht sicher, ob sie etwas taugen», begründete der gerade 74 Jahre alt gewordene Baselitz seine Entscheidung, über Jahrzehnte diese Gemälde aus seinem Privatbesitz nicht öffentlich zu präsentieren. Die Ausstellung ist bis 1. August zu sehen.
1963 kam es zu einem Skandal während seiner ersten Einzelschau: Die Werke «Die große Nacht im Eimer» und «Der nackte Mann» wurden beschlagnahmt und der Künstler wegen unzüchtiger Darstellungen angeklagt. «Damals war mir das Erscheinungsbild egal. Die Bilder sollten alle schlecht finden, einschließlich des Malers. Deshalb die Schweinereien und Provokationen», sagte er am Freitag. Doch dann hätten alle nur darüber gesprochen und nicht über die Kunst.
Aus heutiger Sicht sieht Baselitz die damaligen Bilder als «kläglich, erbärmlich, schmutzig.» Sie seien nur zu verstehen aus der Situation, in der sie entstanden, im «depressiven Nachkriegsberlin».
Baselitz sagte, er sei immer noch bereit, als Maler aufregende Dinge zu machen. «Es ist viel schwerer, ein schlechtes Bild zu malen, als ein gutes.» Der weltweit gefragte Maler sagte, jeder wisse, wie ein gutes Bild auszusehen habe, aber niemand, wie ein schlechtes. «Aber wie will sich ein Künstler behaupten, wenn man nur das macht, was alle machen.»
Der in Deutschbaselitz bei Kamenz geborene Künstler verließ 1966 Berlin, kam aber immer wieder zurück. Seine Beziehung zu der Stadt kennzeichnete er als «Hassliebe»: Hier habe er seine besten Bilder gemalt, konnte aber nichts verkaufen.





