60 Jahre und kein bisschen leise: Chris Rea auf Tour

Von Nathalie Schnabel, dpa am 04. Februar 2012 14:33

Hamburg (dpa). Seine rauchig-sanfte Stimme ist fast Beiwerk, die Gitarre steht im Zentrum der Musik von Chris Rea. Der Mann ist 60, spielt seit 40 Jahren Gitarre.

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Wer tänzelt so schüchtern im Rampenlicht? Foto: Markus Scholz

Chris Rea hat seinen Fans zum Auftakt der «Santa Spirito Tour» in Hamburg ordentlich eingeheizt. Da gab es Gitarrensolos, alte Pop-Hits, neuere Blues-Songs und ein schüchternes Getänzel auf der Bühne.

Beinahe zärtlich wiegt sich der britische Musiker mit seiner Gitarre, richtet sie aufs Publikum, kommuniziert so mit seinen Fans. Hinter der Band schmücken drei hängende, beleuchtete Gitarren die Szene. Auch inmitten der Band stehen einige Gitarren als Dekoration. Das Bühnenbild zeigt es, die Zuschauer hören es - hier steht die Gitarre ganz im Mittelpunkt.

Mit seiner «Santa Spirito Tour» hat Rea einen Mix aus Blues-Songs und seinen älteren Pop-Klassikern nach Hamburg gebracht. Rund 3000 Besucher sind in die Hansestadt gekommen, um den inzwischen 60-jährigen Pop-Star im fast ausverkauften Congress Centrum zu hören.

Das Publikum bewegt sich zur Musik, bleibt aber wie der Künstler selbst während der Songs eher zurückhaltend. Chris Rea wirkt fast schüchtern auf der Bühne, das Publikum spricht er selten an. Besonders begeistert aber sind die Fans bei den alten Pop-Klassikern wie «The Road To Hell», «Josephine» und «On The Beach», die der Brite rauchig ins Mikrofon haucht. Das Publikum erhebt sich von den Stühlen, bewegt sich zum Takt, applaudiert.

Mit sanfter und doch kraftvoller Stimme zeigt der britische Künstler, dass er auch mit seinen 60 Jahren noch ein gelungenes Live-Programm zu zeigen hat. Dabei war das für ihn und seine Fans lange Zeit nicht selbstverständlich. Im Frühjahr 2000 hatte der Künstler eine Krebsdiagnose. Ärzte bescheinigten ihm damals schlechte Überlebenschancen. Doch Chris Rea schaffte es und widmet sich seither seiner besonderen musikalischen Liebe - dem Blues.

Nach dem knapp zweistündigen Konzert in Hamburg und drei Zugaben würdigt das Publikum den musikalischen Abend und den Künstler mit langem Applaus und Jubelrufen.

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