Timberlakes Verneigung vor Prince beim Super Bowl

Minneapolis (dpa) Kein «Nipplegate», keine großen Pannen: Justin Timberlakes fetziger Auftritt in der Super-Bowl-Halbzeit sorgt trotzdem für Gesprächsstoff. Es geht um Prince, Elche und Selfies.

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  • NFL Super Bowl 2018 -Halbzeit Show

    Justin Timberlake in der Halbzeit des Super Bowls. Foto: Matt Slocum

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    Justin Timberlake (l) gab sich als Naturbursche. Foto: Matt Slocum

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    Überlebensgroße Hommage an Prince in der Heimatstadt des 2016 gestorbenen «Purple Rain»-Sängers. Foto: Charles Baus

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    Justin Timberlake (m.) gab in der Halbzeit alles. Foto: Matt Slocum

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    Akrobatisch: Justin Timberlake (m.) in der Halbzeit. Foto: Eric Gay

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    Hommage an Prince in Minnesota: Justin Timberlake am Klavier. Foto. Eric Gay Foto: Eric Gay

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    Ganz großes Kino: Die Halbzeit-Show von Justin Timberlake beim Super Bowl. Foto: Charles Baus

Für Justin Timberlake (37) ist es natürlich kein «fauler Sonntag». Kurz vor seinem Super-Bowl-Auftritt postet er «Lazy Sunday» auf Instagram - zu einem Selfie mit Wollmütze.

Ein Scherz natürlich, denn wenig später fesselt der «SexyBack»-Sänger mehr als 70 000 Zuschauer im Bank Stadium und ein Millionenpublikum an den Bildschirmen mit seinen Tanzschritten und einem Non-Stop-Medley seiner größten Hits. 

Fast 14 Minuten steht er beim Endspiel der Football-Teams New England Patriots und den Philadelphia Eagles in Minneapolis im Rampenlicht. Der «Buzz» danach dreht sich um Prince, Elche und ein Selfiekid. Für den «Man of the Woods» - so der Titel seines neuen Albums - gibt es Applaus, aber auch Kritik.

Mit «Filthy» von seinem gerade veröffentlichten Album legt der 37-Jährige los. Und schwenkt schnell auf den alten Mega-Hit «Rock Your Body» um. Das weckt gleich Erinnerungen an den «Nipplegate»-Skandal von seinem Halbzeit-Auftritt 2004 mit Janet Jackson. Genau zu diesem Song hatte er damals seiner Duett-Partnerin das schwarze Leder-Bustier abgerissen und dabei ihre Brust entblößt. Ein «Materialfehler», so die Entschuldigung. Doch Jacksons Ruf war danach angeschlagen.

Spekulationen, Janet Jackson könnte diesmal als Überraschungsgast auftauchen, hatte die Sängerin im Vorfeld des 52. Super Bowls gleich ausgeräumt. Auch Timberlake wollte sich wohl auf kein riskantes Manöver einlassen. Er werde nur mit seiner Band Tennessee Kids als «Special Guests» auf der Bühne rocken, hatte er vorab gesagt.

Bei seiner Hommage an Prince in der Heimatstadt des 2016 gestorbenen «Purple Rain»-Sängers bekommt Timberlake doch noch Verstärkung. Auf einer riesigen Leinwand in lila Licht getaucht holt er sein erklärtes Idol in das Stadion. An einem weiß angestrahlten Flügel spielt Timberlake den Prince-Song «I Would Die 4 U» zu Videoaufnahmen von dem mit 57 Jahren gestorbenen Mega-Star. 

Im Vorfeld hatte es Wirbel um ein mögliches Hologramm des

«Purple Rain»-Sängers gegeben. Die Familie der Musiklegende hatten sich dagegen gestemmt. Auch für sein Quasi-Duett mit Prince per Videoleinwand steckt Timberlake im Netz Kritik ein. Prince-Fans wettern, dass dem Künstler diese Darbietung bestimmt nicht gefallen hätte. Prince selbst hatte beim Super Bowl 2007 einen gefeierten Auftritt hingelegt.

Doch für Timberlakes spritzige Show mit Hits wie «Can't Stop the Feeling», «SexyBack» und «Cry Me a River» gibt es auch lauten Beifall. Schauspieler Hugh Jackman applaudiert auf Twitter: «Und so wird's gemacht». Voll ins Schwarze getroffen, gratuliert Ellen DeGeneres. «Wow, das war unglaublich», pflichtet Sänger Nick Jonas bei. Timberlake sei eine «Legende».

Doch was hat der Elch auf seinem Hemd zu suchen, rätseln andere über das Outfit des Sängers. Seine Lederjacke hat Timberlake schnell abgelegt - zum Vorschein kommt ein Flanell-Hemd mit einem Elch-Motiv, passend zum roten Halstuch und dem graugrünen Tarnmuster seines Anzugs. Also ein Image-Wechsel zum Country-Mann? Auch im Trailer für sein neues Album zeigt sich Timberlake im Maisfeld, am Lagerfeuer, mit galoppierenden Pferden und schneebedeckten Bergen. 

Mit seinem 2016er Megahit «Can't Stop the Feeling!» (aus dem Film «Trolls») verabschiedet sich Timberlake in Minneapolis. Allerdings nicht auf der Bühne, sondern in den Zuschauerrängen. Der Sänger sprintet ins Publikum und mischt sich unter die Fans. Dabei posiert er für Selfies, auch mit einem Jungen mit Zahnspangenlächeln. Unter dem Hashtag #SelfieKid machen Fotos und Videos von dem 13-jährigen Ryan, der inbrünstig ein Selfie mit dem Star schießt, im Netz die Runde.

Sofort ziehen Super-Bowl-Kenner einen Vergleich. 2015 hatte sich die Popsängerin Katy Perry mit «Roar» und «Firework», von tanzenden Plüsch-Haien umgeben, ins Zeug gelegt. Die Show stahl aber der linke Hai mit unbeholfenen Flossenbewegungen. Er bekam als «@leftshark» seinen eigenen Twitter-Account und sammelte schnell tausende Follower.

Der Super Bowl ist das größte US-Sportereignis schlechthin und zugleich ein gigantisches Star- und Werbespektakel. Timberlake ist am Sonntag einer von vielen Stars. US-Sängerin Pink (38) trägt vor dem Anpfiff des Spiels die US-Nationalhymne mit starker Stimme vor. In den Zuschauerrängen feuern Promis wie Bradley Cooper,

Elizabeth Banks, Jennifer Lopez, Gwen Stefani und Blake Shelton ihre Teams an.

Auch Danny DeVito, Chris Pratt und Cindy Crawford machen bei dem Spektakel mit - als Werbestars. Spots während des Spiels zählen zu den Highlights, für 30 Sekunden beim Super Bowl blättern Firmen rund fünf Millionen Dollar hin, mehr als 4 Millionen Euro.




AUTOR
Barbara Munker, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    5. Februar 2018, 10:55 Uhr
    Aktualisiert:
    5. Februar 2018, 10:56 Uhr