Schrebers Schlach heißt dieses Werk von Gudrun Kattke.
Die Künstler Anne Wiltrafsky und Kai Fobbe aus der Schweiz gehören zu den beteiligten Künstlern. Statt unter Tage lassen sie ihren Akteur am Berghang agieren. Weißer Schnee statt schwarzer Kohle, ein Ballettröckchen anstelle dunkler Bergmannskluft. 15 Monitore zeigen die Aktionskunst.
Brieftauben als Boten
Thematische Vorgabe des Projekts, erdacht von den heimischen Künstlern Ursula Commandeur und Kersten und Matthias Grosche, war die Vergangenheit des Reviers, die „im flug vergangen ...“ ist. Womit der Titel der Doppelausstellung, die am 4. September in den Galerien Commandeur und Grosche beginnt, geboren war.Zum Titel passte auch die spektakuläre Aktion, Brieftauben als Boten einzusetzen, die in Rucksäcken Mikrochips mit den Fotos der zu erwartenden Kunstwerke in die Europastadt brachten.
Die Kunst ist nun versammelt. Und zeigt, wie vielseitig die künstlerischen Bezüge zur Vergangenheit sind. So haben die Tauben den Bochumer Jochem Ahmann inspiriert, einen Schwarm kleiner Flugzeuge zu formen. Aus feinstem Limoges-Porzellan mit echten Taubenfedern. Günther Filla dagegen hat Wandfries aus 18 Wachteln gestaltet. Großformatige Taubenfotos sind im Studio von Andreas Teichmann entstanden, die Bulgarin Yana Yunakova zeigt kleine Taubenporträts.
Nahrungs-Verweigerer in Wanne-Eickel
Ein Fluggerät anderer Art stammt aus der Holzwerkstatt von Christoph Platz. Ein Hubschrauber, die langen Flügel zeigen – in Anlehnung an das Sterben Buddhas – eine liegende Figur. Sinnbild für das Ende von Kohle und Stahl?Höchste Vorsicht ist geboten, wenn man sich dem Werk „Ich bitte zu Tisch“ von Danuta Karsten aus Recklinghausen nähert. Ein Karree aus Weizenkörnern, exakt auf den Boden aufgebracht wie ein Teppich. Ebenso sah es in Recklinghausen, Wanne-Eickel, Danzig und Südfrankreich auf Marktplätzen aus. Futter für die Tauben, die mit ihrem Gepicke aus dem ordentlichen Karree höchst unterschiedliche Formen schufen. Während in Danzig rund 100 Tauben um die Wette fraßen und die Kunst verschlangen, traf Danuta Karten in Wanne-Eickel auf Nahrungs-Verweigerer.
Zur Info
Diese und viele weitere Werke sind vom 4. bis zum 20. September in den beiden Galerien zu sehen: Vernissage „im flug vergangen...“, am 4. September, 17 Uhr, in der Galerie Grosche, Karlstraße 20, und der Galerie Commandeur, Kleine Lönsstr. 58. Eintritt frei.






