In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar hatte eine Scheune auf dem Hof Kremeskothen gebrannt.
Neun Feuer in zwölf Tagen
Gleich neun Mal soll der junge Mann innerhalb von zwölf Tagen in Castrop-Rauxel und Dortmund gezündelt haben – zuerst in Gartenlauben, dann auch in den Kellern von vier Mehrfamilienhäusern. Zahlreiche Bewohner, die im Schlaf vom Feuer überrascht wurden, mussten anschließend mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Anklage lautet auf versuchten Mord.
Mal war es ein Bügelbrett, mal ein Sofa, das der 22-Jährige mit Feuerzeug oder Zigarette in Brand setzte. Um sich in der Dunkelheit zurecht zufinden, habe er stets sein Handy-Display als Lichtquelle genutzt, berichtete der Angeklagte. Und auch den Melder der Freiwilligen Feuerwehr habe er immer in der Tasche gehabt. „Bei jedem Brand habe ich gehofft, alarmiert zu werden.“
Vor allem der Einsatz in einer Gartenlaube an der Wittener Straße sei ihm in Erinnerung geblieben. „Ich stand mit dem Atemschutzgerät in der ersten Reihe – das war etwas Besonderes.“
Vermindert schuldfähig
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte wegen seiner schweren Persönlichkeitsstörung vermindert schuldfähig ist. „Er ist für die Allgemeinheit gefährlich“, erklärte der Staatsanwalt. Die Mutter des Angeklagten quittierte diese Aussage im Zuschauerraum mit einem verächtlichen Schnauben. Der Prozess wird fortgesetzt.
Die Karte zeigt die Orte, wo Brände gelegt wurden






