Florian freut sich, wenn seine Mutter Angelika und seine Schwester Christina ihn in seiner neuen Wohnung besuchen.
„Es ist einfach wichtig, dass Menschen mit geistiger Behinderung von der Kindheit bis ins Alter so normal und selbstständig wie möglich leben können“, erklärt Bianca Boy vom Lebenshilfe-Verein, der sich für das Wohl solcher Menschen und ihrer Angehörigen einsetzt.
„Wir machen das“
Bei aller anfänglichen Skepsis hat Mutter Angelika den Abnabelungsprozess ihres Sohnes unterstützt. „Wir haben uns die Wohnstätte in Waltrop angeschaut und uns mit dem Thema befasst. Nachdem Florian dann in einer Wohnschule gut zurecht gekommen ist, haben wir gesagt: Wir machen das!“ In der Wohnschule lernte Florian einige Tage lang, was es heißt, zuhause auszuziehen – selber Ordnung halten, lüften, saugen, einkaufen und und und.
Florian hat das alles gut gemeistert. Jetzt lebt er in einer gepflegten neuen Wohnsiedlung in Datteln. Als Gärtner arbeitet er in einer Werkstatt der Diakonie in Recklinghausen und nachmittags ist er dann „sein eigener Herr“. Na ja – fast. Alina Finke hilft ihm täglich beim Kochen, Wäschewaschen, Putzen oder bei der Freizeitgestaltung.
Keine Sorgen
Allein zuhaus ist Florian in seinem 64-Quadratmeter-Appartement also nicht. Auch deshalb nicht, weil es sich bei dem „Haus von Anne und Klaus“ um ein Haus mit fünf Wohnungen handelt, in denen neun junge Leute mit geistiger Behinderung in Wohngemeinschaften leben. Florian bekommt demnächst noch einen Mitbewohner, auf den er sich schon freut. „Der Zusammenhalt hier und die unterstützende Betreuung sind klasse. Um meinen Sohn brauche ich mir keine Sorgen mehr machen“, freut sich Mutter Angelika.





