NS-Gedenken

Stolpersteine kommen im November

Von Michael Fritsch am 11. März 2010 12:32

CASTROP-RAUXEL Anfang November sollen die ersten Stolpersteine zum Gedenken an die NS-Opfer in unserer Stadt gesetzt werden. Eine entsprechende Zusage des Büros von Stolperstein-Projektgründer Gunter Demnig liege vor, berichtet Initiator Hartmut Wittenbreder.

Vier "Stolpersteine" aus Messing, sind vor dem Amtsgericht Altona in Hamburg zu sehen.

Vier "Stolpersteine" aus Messing, sind vor dem Amtsgericht Altona in Hamburg zu sehen.

Vier "Stolpersteine" aus Messing, sind vor dem Amtsgericht Altona in Hamburg zu sehen.
Der genaue Zeitraum stehe aber noch nicht fest, kommentiert der Initiator der Initiative „Stolpersteine Castrop-Rauxel“ vor der Projektgruppe im Parkbad Süd. Angeblich könnten in einer ersten Aktion bis zu 66 Gedenksteine eingelassen werden. Bis es soweit ist, sollen nach dem Willen Wittenbreders die noch fehlenden rechtlichen, technischen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen geklärt sein.

Stolpersteine gibt es in ganz Europa

Das 1990 initiierte Stolperstein-Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig hat europaweit eine neue Dimension der Erinnerungskultur an die deportierten und ermordeten Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft eröffnet. Demnig setzt mit eigener Hand an den letzten freiwilligen Wohnorten von Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, politisch und anderweitig Verfolgten
Steinquader in Bürgersteige, Plätze und Straßen. In jeden Stein ist eine gravierte Messingplatte eingelassen. versehen mit Namen und Lebensdaten der Opfer.

Ein Stein kostet 95 Euro. Das Geld soll durch Spenden von Privatpersonen aufgebracht werden. Ein vom Stadtjugendring verwaltetes Konto wird in Kürze eingerichtet. Wie viele NS-Opfer es in Castrop-Rauxel zwischen 1933 und 1945 tatsächlich gegeben hat, ist aufgrund der häufig unsicheren Quellenlage ungewiss. Stadthistoriker Dietmar Scholz gibt die Zahl der Juden, die zwischen 1933 und 1942 hier gelebt haben, mit 160 an. 

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