Soziale Entwicklung

Weniger Migrantenkinder in Castrop-Rauxeler Kindertagesstätten

Von Michael Fritsch am 16. März 2010 18:02

CASTROP-RAUXEL In NRW hat mittlerweile jedes dritte Kindergartenkind einen Migrationshintergrund - Tendenz steigend. In Castrop-Rauxel beträgt dieser Anteil nur gut ein Viertel - Tendenz sinkend.

Der Anteil von Migrantenkindern sinkt.

Der Anteil von Migrantenkindern sinkt.

Der Anteil von Migrantenkindern sinkt.

Das geht aus den jüngsten Zahlen des Landesamtes Information und Technik NRW hervor, die auf der Basis von Elternaussagen im März 2009 erhoben wurden.

Danach hatten von den über 480 000 Kindergartenkindern in NRW unter sechs Jahren 162.000 Kinder und somit mehr als ein Drittel (33,8 Prozent) ein Elternteil, das nicht in Deutschland geboren wurde. In über 102.000 Familien (21,4 Prozent) wurde gar überwiegend nicht deutsch gesprochen.
Obwohl in den städtischen Regionen, insbesondere denen des Ruhrgebiets dieser Anteil auf über 50 Prozent ansteigt, liegt er bei den gut 2000 Kindergartenkindern in Castrop-Rauxel mit 26,5 Prozent sowohl signifikant unter dem Anteil des Landes, als auch unter dem des Regierungsbezirks (27,3) und dem des Kreises (30,3). In den benachbarten Großstädten Dortmund (44,0), Bochum (36,9) und Herne (44,9) sind die Quoten sogar erheblich höher.

15,7 Prozent nicht deutsch sprechende Familien

Hinzu kommt, dass wider den allgemeinen Trend eines steigenden Anteils von Migrantenkindern diese Quote in unserer Stadt seit 2008 sogar gesunken ist, und zwar um 0,8 Prozentpunkte von 27,3 auf 26,5 Prozent. Der Anteil der nicht deutsch sprechenden Familien sank von 17,4 auf 15,7 Prozent.

Noch stärker zeigt sich der gegenläufige Trend bei der Betrachtung der Kinder unter drei Jahren. Während bei dieser Gruppe, in der die Migrantenkinder allgemein schwächer vertreten sind, der Anteil landesweit auf niedrigerem Niveau von 23,2 auf 24,6 Prozent stieg, sank er in Castrop-Rauxel von 22 auf 18,8 Prozent.

Eine etwas andere Sozialstruktur

Petra Glöß als zuständige Dezernentin mag in diesen Zahlen keine ungewöhnlichen Abweichungen erkennen: "Bei uns ist weder falsch gezählt worden, noch gehen weniger Migrantenkinder in die Kindergärten. Die Zahlen spiegeln lediglich die etwas andere Sozialstruktur in unserer Stadt wider", erklärte sie gestern gegenüber unserer Redaktion.

Klar ist jedenfalls, das die Statistik weder etwas über die Verteilung auf die einzelnen Einrichtungen aussagt, noch über den in den Delfin 4-Tests ermittelten Entwicklungsstand der Kinder. So liegt mit 15 fast die Hälfte aller Einrichtungen die Migrantenquote über dem städtischen Durchschnittswert. Auf der anderen Seite finden sich zehn Kindertagesstätten, in denen allenfalls ein oder zwei, manchmal auch gar kein Kind ein Vater oder eine Mutter hat, die im Ausland geboren ist. 

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