Bei der Umsetzung des Ratsbeschlusses, dass auch Marl eine Stadt sein möchte, die mit vielen anderen Städten zusammen ein Zeichen für mehr internationale Gerechtigkeit setzt, gibt es augenscheinlich Probleme. Der Landrat ist aus fiskalischen Gründen dagegen. Dabei hat der Marler Bürgermeister doch eigentlich gut vorgearbeitet: Am 12. Juni 2010 unterschrieb er in Dortmund mit vielen anderen Bürgermeistern die Magna Charta gegen ausbeuterische Kinderarbeit.
Es war schon immer meist unbequem, sich für eine gerechte Sache einzusetzen. Trotzdem gibt es immer wieder Menschen, die gerade das unbeirrt tun. Beim Antrag, auch Marl zu einer Stadt zu machen, die mit vielen anderen Städten zusammen ein Zeichen für mehr internationale Gerechtigkeit setzen will, gibt es Probleme.
Nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung ist das Ziel von Agenda 21! Daran wird lobenswerterweise auch in unserer Stadt seit Jahren gearbeitet. Der Antrag zur „FairtadeTown“ ist dabei nur eine folgerichtige und konsequente Vorgehensweise. Hohe Mehrkosten müssen nicht sein und sie entstehen auch nicht, wie das Beispiel anderer Städte zeigt.
Christian Ude, Münchener Oberbürgermeister und Präsident des Deutschen Städtetages, hat das folgendermaßen formuliert: „Wir haben insgesamt keine Erhöhung der Einkaufskosten für die betroffenen Produkte festgestellt und auch der personelle Mehraufwand beim Vergabeverfahren hält sich in einem begrenzten Rahmen. Doch ganz unabhängig von diesen konkreten Erfahrungen möchte ich davor warnen, bei solch eklatanten Rechtsverstößen wie ausbeuterische Kinderarbeit Effizienzabwägungen zu treffen. Es kann nicht angehen, dass deutsche Kommunen aus wirtschaftlichen Gründen die Missachtung von internationalem Recht und die Gefährdung von Kinderleben billigend in Kauf nehmen.“
Daran sollten sich Bürgermeister und Landrat ein Beispiel nehmen.








