Politik nimmt Jugendliche und ihre Anliegen sehr ernst

09. Februar 2012 17:09

Hannemarie Maßmann aus Alt-Marl reagiert auf unsere Glosse "Alexandra am Mittwoch" (Marler Zeitung vom 8. Februar):

Nachdem ich den Artikel „Alexandra am Mittwoch“gelesen habe, treibt es mich dazu, diesen Leserbrief zu schreiben.
Ich war während der Kinder-und Jugendhilfe-Ausschusssitzung (KJHA)am 1. Februar Zeuge des Vortrages der Klasse 9 des ASGSG und der anschließenden Diskussion im Ausschuss.Ich kann daher aus eigener Anschauung zu dieser Sache Stellung nehmen.Im November/Dezember 2011 haben die Schüler während einer Schulwoche mit Mitarbeitern der Friedrich-Ebert-Stiftung eine „Jugendplanungszelle“gebildet.

Im Auftrag des Bürgermeisters sollte folgende Frage bearbeitet werden:“In welcher Form und Arbeitsweise kann zukünftig in Marl die Beteiligung von Jugendlichen an kommunalen Themen und Projekten organisiert werden?“
Die Ergebnisse dieser Projekttage wurden in einem illustrierten Heft den KJHA-Mitgliedern mit der Einladung zur Sitzung übersandt und in der Sitzung von Schülern ausführlich mündlich vorgetragen und erläutert. Das angestrebte Ziel soll der Zusammenschluss von Jugendlichen in Marl unter dem Namen J ! M (Jugend in Marl) sein. Jugendliche im Alter von 12 bis 24 sollen sich hier selbstständig organisieren. Letztendlich wurde jeweils ein fester Sitz im Rat der Stadt wie auch im KJHA für J!M gefordert.

Dass sich der Eindruck bei den Jugendlichen aufgedrängt hat, nicht richtig ernst genommen zu werden, erstaunt mich sehr.

Schüler werden zu den Sitzungen eingeladen

Der Ausschussvorsitzende hat sich im Namen des Ausschusses bei allen Beteiligten des Projektes ganz herzlich bedankt und lobte darüber hinaus die professionelle Präsentation der Ergebnisse durch die Schüler vor solch großem Publikum(circa 30 Personen). Ich glaube nicht, dass dieses ein Zeichen von „nicht ernst nehmen“ war!

Im Anschluss an den Vortrag verließen die Schüler die Sitzung (sie hätten gerne als Gäste bleiben können!), der Ausschuss diskutierte die Beteiligungsvorschläge der Jugendlichen. Die übereinstimmende Meinung war, dass die vorgetragenen Überlegungen zur Organisation und Mitbeteiligung von Jugendlichen in Form von J!M gut seien. Es kam jedoch die Frage auf, wie und in welchem Zeitraum die Schüler eine verlässliche Struktur organisieren könnten und eine Umsetzung der Planungen erfolgen würde.

Damit die Schüler sich ab sofort mit ihren Themen im KJHA einbringen können, wurde vereinbart, sie zu den Sitzungen als Gäste einzuladen.

Auch Jugendforum hat schon einiges in Bewegung gebracht

Diese Beteiligungsform steht im Übrigen allen Bürgern offen und wird schon seit Jahren dem Jugendforum als eigener Tagesordnungspunkt eingeräumt. Das Jugendforum konnte so schon einige Dinge in Bewegung bzw. ins Gespräch bringen, obwohl es nie einen Sitz im KJHA beantragt hat!

Ich denke, auf diese Weise hat der KJHA schon lange bewiesen, dass er Jugendliche und ihre Anliegen sehr ernst nimmt und bei Entscheidungen mit einbezieht. Er ist auch bereit ist dieses mit „J!M“-Vorschlägen zu tun.

Zum „richtig Mitmischen“ (im Sinne von „Alexandra) wird es ein längerer Weg sein, denn weder ein Sitz im KJHA noch ein Sitz im Rat der Stadt Marl kann von den jeweiligen Gremien einfach installiert werden. Politik muss sich da an geltende Regeln, Vorschriften und Gesetze halten.

Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass ich mich auf die nächsten Ausschusssitzungen freue, in denen ich sicher viele „J!M's“ sehen und hören werde.

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