Es hat nicht gereicht: Burim Gashi (M.) unterlag mit dem Marler BC am Samstagabend dem Spitzenreiter SC Borchen. Foto: Sänger
„Ich verstehe nicht, wo unser Tempospiel geblieben ist. Da muss sich dringend etwas ändern. Wenn wir am nächsten Sonntag wieder verlieren, müssen wir aufpassen, ansonsten geht steil runter“, stöhnte Spielertrainer Burim Gashi nach der dritten Niederlage des Oberligisten in Serie. Besonders ärgerlich für den Coach: Seine Truppe bewies in den 40 Spielminuten mehrfach, dass ihr Potenzial für einen Spitzenplatz reicht. Aber immer, wenn die Gastgeber Morgenluft witterten, setzten die abgezockten Ostwestfalen einen drauf.
Marl gewann dank einer starken Phase im Start-Viertel (10:0-Run) den ersten Abschnitt mit 14:11. Die Gäste drehten im zweiten Viertel auf, ganz besonders in den letzten 60 Sekunden der ersten Halbzeit, als sie acht Punkte erzielten und der MBC keinen einzigen.
Nach dem Seitenwechsel glich Marl drei Mal aus (34:34, 44:44, 47:47), für die Führung reichte es aber nicht. Im Gegenteil: Die coolen Gäste nutzten die Schlussminute des dritten Abschnitts, um mit einem Vorsprung von vier Punkten in das letzte Viertel zu gehen. Die Hausherren versuchten leidenschaftlich, die Wende herbeizuführen. Aber es reichte nicht. Gift fürs Selbstbewusstsein war etwa der Dreier, den Borchens Kapitän Jochen Agethen in der 24. Sekunde eines Angriffs mit traumwandlerischer Sicherheit zum 59:53 versenkte. Es spricht für die Marler Moral, dass die Hausherren weiter an ihre Chance glaubten – doch dem Anrennen fehlten Präzision und Glück.
Borchen war bis zur Schlusssirene hellwach und baute den Vorsprung sogar weiter aus. „Ich glaube, die Marler hatten das im Eifer des Gefechts gar nicht mehr auf dem Schirm. Wir wollten unbedingt den direkten Vergleich gewinnen. Das ist uns ja auch im Endeffekt gelungen“, freute sich Trainer Michael Lattekamp. Das Hinspiel hatte der MBC mit sieben Punkten für sich entschieden. Burim Gashi sang dasselbe Lied wie in den vergangenen Wochen: „Bei uns erfüllen nur David Reinecke und Robert Jung ihre Aufgabe. Beide sind aus der ersten Fünf nicht wegzudenken. Wir haben uns als Mannschaft gesteigert, aber gegen einen solchen Gegner reichte es insgesamt nicht. Borchen wird sich nicht mehr von da oben verdrängen lassen.“
Marler BC: Dav. Reinecke (13), de Wal (5), Gashi (10), Damberg (5), Jung (10), Walter (13), Avdyli (2), Kühweider, Segeth, Lange, Mijatovic.








