Bandido-Prozess: Angeklagte machen Rückzieher

03. Februar 2012 11:20

RECKLINGHAUSEN. Zwei Motorradrocker, die sich am Freitag vor dem Schöffengericht im „Bandido-Prozess“ wegen Widerstandes gegen Vollzugsbeamte verantworten sollten, haben ihren Einspruch gegen zuvor verhängte Strafbefehle – je 3 000 Euro – zurückgezogen. Die Rocker ließen sich vor Gericht nicht blicken und auch Sympathisanten, mit deren Erscheinen gerechnet wurde, blieben aus.

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Dutzende von Polizeibeamten waren im Gericht postiert, sie konnten rasch wieder abziehen.

So konnte ein zur Sicherung des Prozesses aufgezogenes Polizei-Großaufgebot nach kurzer Zeit wieder abrücken. Auch die Sperrung der Reitzensteinstraße vor dem Gerichtsgebäude wurde nach nur einer halben Stunde aufgehoben.
Wie die RECKLINGHÄUSER ZEITUNG mehrfach berichtet hatte, mussten sich zwei Motorradrocker (37 und 44 Jahre alt) u.a. wegen eines Handgemenges mit Polizisten verantworten. Am 1. Oktober 2010 war es nach einer Prügelei am Rathausplatz im Rahmen der Nahbereichs-Fahndung auf dem Dordrechtring zur Konfrontation zwischen den Angeklagten und Polizeibeamten gekommen. In dem Tumult wurden Reizgas und Diensthunde eingesetzt. Ursprünglich hatten sich Staatsanwaltschaft, Gericht und Verteidigung darauf verständigt, das Verfahren per Strafbefehl und ohne öffentlichen Prozess zu erledigen. Dann jedoch sperrten sich die Angeklagten gegen per Strafbefehl verhängte 3000-Euro-Geldstrafen. Am Freitag folgte nun der Rückzug vom Rückzug.  Die Polizei hatte weiträumig Sicherungsmaßnahmen ergriffen, Beamte des Wach- und Wechseldienstes,  zwei Einsatzhundertschaften, Hundeführer und Aufklärer in Zivil waren im Einsatz. Dutzende von Beamten wurden im Gerichtsgebäude postiert, schon an den Autobahnabfahrten  standen Streifenwagen.



Erst am 22. Januar hatte eine Handgranaten-Explosion vor dem "Bandido"-Clubheim in Herten-Westerholt für Schlagzeilen gesorgt. Die Detonation war wenige Stunden  nach einer wüsten Schlägerei zwischen "Bandidos" und "Hells Angels" in Mönchengladbach erfolgt.  Immer wieder war es in Herten zu Polizeieinsätzen gekommen: Im Mai 2007 ereigneten sich vor dem Clubhaus zwei Schlägereien. Die Polizei musste für Ordnung sorgen. Im Oktober 2008 wurde auf dem Pendlerparkplatz an der Stadtgrenze Herten-Süd/Gelsenkirchen ein Mann verprügelt. Der Täter gab vor, „Bandido“ zu sein. Im Dezember 2009 stürmte ein Spezialeinsatzkommando der Polizei der Club-Haus an der Breite Straße. Das SEK vermutete dort die Hintermänner zweier Raubüberfälle. Im selben Monat wurde ein„Bandido“ wegen Gewalt- und Steuerstraftaten zur einer Haftstrafe verurteilt. 
 

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