Gericht: Gewalt im Rotlicht-Club

02. Juni 2011 09:53

RECKLINGHAUSEN. Eine brutale Prügelattacke auf die Hausdame des Rotlicht-Clubs an der Nahestraße Nr. 5 bleibt für einen Manager aus Bonn (47) ohne strafrechtliche Folgen. Das Amtsgericht sprach ihn vom Vorwurf der Körperverletzung frei.

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90 Kilo, männlich und hitzköpfig gegen 52 Kilo, weiblich und furchtlos: Das ungleiche Duell „Mann gegen Frau“ fand an einem kalten Novembernachmittag statt. Der Manager hatte sich mit einer Prostituierten auf ein Zimmer zurückgezogen, war allerdings schneller als erwartet wieder unten im Eingangsbereich aufgetaucht. Die auserwählte Prostituierte war beim Sex mit ihm eingeschlafen, der frustrierte Freier wollte für die Dienste maximal noch die Hälfte bezahlen.

Als die Hausdame, die damit (75 statt 150 Euro) nicht einverstanden war, daraufhin die Tür versperrte und sich dem Mann in den Weg stellte, passierte es: Der Manager rastete aus, schlug wild um sich, bahnte sich den Weg nach draußen. Die zierliche Blondine (26) erlitt neben einem Nasenbeinbruch massive Gesichtsprellungen. Dennoch kam der Frauenschläger straflos davon.

In der Urteilsbegründung folgte das Gericht den Argumenten von Verteidiger Thomas Schäfer und gestand dem Freier eine Notlage samt Verteidigungsrecht zu. Die Frau habe zuerst eine Straftat begangen, als sie dem Mann gewaltsam den Weg versperrte. Ein ausnahmsweises Festnahmerecht habe bestenfalls der betrunken im Bett liegenden „Inhaberin des Dirnenlohns“ zugestanden, nicht jedoch der Hausdame. Die Staatsanwaltschaft hatte für den vorbestraften Freier eine Haftstrafe gefordert.

Die Nahestraße 5 gilt seit Jahren als berüchtigtste Rotlichtadresse der Stadt. Nach einer erneuten Polizei-Razzia in der „Relax-Lounge“ (früher Nagelstudio oder „Chanell No 5“) am 5. April steht die Villa leer, die Ermittler prüfen den Verdacht des Menschenhandels.

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