46 Fotografien zeigt Krementschouk, der an der Hochschule in Hamburg sein Diplom machte und inzwischen in Leipzig lebt. Thematisch gibt es drei große Blöcke. Da sind zum einen die dokumentarischen Arbeiten, die eindrucksvoll vom Leben im Sperrbezirk von Tschernobyl berichten, von Menschen, die so sehr an ihrer Heimat hängen, dass sie dafür sehenden Auges jedes Risiko eingehen.
Der zweite Block erzählt die Geschichte von Obdachlosen, die in seiner Heimat ein Haus besetzten und dort in einer Wohngemeinschaft zusammen lebten, bis Spekulanten das Haus anzündeten. Niemand überlebte. Eine der Frauen aus dem Haus hatte schon eine Vorahnung: Bei seinem letzten Besuch sagte sie dem Fotografen zum Abschied: „Komm wieder, um mich zu begraben.“ – Und so heißt auch Andrej Krementschouks neue Fotobuch, das diesen Menschen und ihrer Geschichte ein Denkmal setzt und ihnen in warmherzigen Milieustudien ihre Würde zurückgibt. Die übrigen Serien zeigen in melancholischen, impressionistischen Momentaufnahmen die versinkende Welt seines Heimatdorfes, eine weitere Arbeit widmet sich dem heutigen Lebensgefühl in Russland, das häufig von Tristesse und selten von Aufbruchstimmung zeugt.
Am heutigen Samstag um 18 Uhr wird die Ausstellung mit Fotografien von Andrej Krementschouk im Kutscherhaus, Willy-Brandt-Park, eröffnet. Ein Katalog in Buchform ist dazu erschienen und eine Edition (150 Euro) wird aufgelegt. Die Ausstellung dauert bis zum 31. Januar. Am letzten Tag um 16 Uhr stellt sich Krementschouk, der auch Autor und Dirigent ist, in einem Künstlergespräch.








