RECKLINGHAUSEN. Für Samstag, 28. November, haben Neonazis einen Umzug in Recklinghausen angemeldet. Der Koordinierungskreis für Toleranz und Zivilcourage hält dagegen: Von 11 bis 13 Uhr wird am Lohtor die Mahnwache gehalten, alle Bürger sind aufgerufen, Flagge gegen Rechts und für die Demokratie zu zeigen.
Wer wissen will, wie die Nationalsozialisten mit Menschen umgegangen sind, kann am Samstag Harold Lewin zuhören. Er ist Mitglied der jüdischen Gemeinde und einer der letzten Holocaust-Überlebenden. Am Samstagmorgen spricht Lewin bei der Mahnwache am Lohtor, Titel: „Für Toleranz und kulturelle Vielfalt“. Es gibt Musik und Texte – Gedichte und Reden, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Stadtspitze, Kirchen, Gewerkschaften und Parteien Schulen und Verbände – die Mahnwache „Toleranz und kulturelle Vielfalt“ ruht auf vielen Schultern.
Die Wahl des Ortes für die Mahnwache kommt nicht von ungefähr. VHS-Leiter Jürgen Pohl gehört zu den Organisatoren aus der Koordinierungskreis für Toleranz und Zivilcourage. Er ist sich mit Bürgermeister Wolfgang Pantförder und Dezernent Georg Möller einig, wenn er sagt: „Nazis sind absolut unerwünscht. Wir wollen am Mahnmal am Lohtor ein Zeichen setzen. Einem Ort, der eine Wandlung vom Kriegergedenken zu einem Ort des Gedenkens an die Opfer Gewalt und Terror erfahren hat.“
Die Polizei schaltet im Zusammenhang mit dem Nazi-Umzug am Samstag ein Bürgertelefon frei. Unter der Rufnummer 08 00 / 2 36 11 00 (kostenlos) können Informationen abgerufen werden.