Gericht: Möchtegern-Bond war ein Fälscher

31. August 2010 08:38

RECKLINGHAUSEN. Nach einer öffentlichen Foto-Bewerbung auf eine Rolle in einem James-Bond-Film landete ein 53-jähriger Autoschlosser nicht am Set, sondern auf der Anklagebank. Der Mann fiel als dreister Rezeptfälscher auf – und muss nun 1 500 Euro Geldbuße bezahlen. Das ergab ein Prozess am Amtsgericht Recklinghausen.

Der Autoschlosser gab auf Anraten seines Verteidigers Burkhard Benecken (Marl) sofort zu, im Sommer 2009 in Serie bei Apotheken in Recklinghausen und Herten mit gefälschten Privatrezepten aufgetaucht zu sein, um sich verschreibungspflichtige Medikamente zu besorgen. Als Motiv gab er an, dass er tablettensüchtig gewesen sei. Nach zuvor regelmäßiger Rezeptausstellung habe sein Arzt eines Tages überraschend die weitere Verschreibung abgelehnt. Da sei ihm die Fälscher-Idee gekommen.
Dass er als Serien-Fälscher überführt werden konnte, hatte zweierlei Gründe: Eine Apotheken-Angestellte hatte den Mann später in einem Anzeigenblatt auf einem Bewerbungsfoto wieder erkannt. Dabei ging es um ein Preisausschreiben. Der Hauptpreis: eine Rolle in einem James-Bond-Film. Bei seinem fünften Coup stolperte der Autoschlosser über ein nicht sofort vorrätiges Medikament. Nachdem ein Kontrollanruf in der angeblich verschreibenden Arztpraxis ergeben hatte, dass dort nie ein Rezept ausstellt worden war, wurde der 53-Jährige beim später vereinbarten Abholtermin in der (Westerholter) Apotheke von Polizeibeamten empfangen.

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