UBP-Chef Tobias Köller beschrieb direkt zu Beginn den Kurs seiner Partei. „Wir sind für Religionsfreiheit im Land, aber gegen den Bau von Moscheen.“ Damit stieß er keineswegs nur auf Zustimmung. Etliche Anwohner waren gekommen, um deutlich zu machen, dass sie gegen den Neubau eines Kulturzentrums nichts einzuwenden haben. „Die Moschee gibt es seit 33 Jahren. Konflikte gab es bisher nie. Warum soll sich das durch einen Neubau ändern“, sagte eine Nachbarin. Vielfach wurde auch geäußert, dass gegen eine Moschee nichts einzuwenden sei, ein Wohnheim für Kinder jedoch abgelehnt werde.
Der VIKZ war bereits vor Jahren mehrfach in die Kritik geraten, weil in seinen Heimen Kinder gegen das westliche Wertesystem indoktriniert worden seien (RZ berichtete). Referent Tartsch monierte in seinem Vortrag, dass Anwohner bei Bauprojekten von Kulturvereinen häufig nicht gefragt würden. „Baurecht wird leider von den Verwaltungen häufig hingebogen.“ Er zitierte insbesondere das VIKZ-Gutachten von Prof. Dr. Ursula Spuler-Stegemann, die dem Verband Desintegration vorwirft. Tartsch verschwieg aber auch nicht, dass es mittlerweile eine Studie von Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning (Uni Duisburg) gibt, die die Jugendarbeit des Verbandes überwiegend positiv beurteilt.
Aktuell gibt es für das VIKZ-Vorhaben an der Dortmunder Straße noch keinen genehmigungsfähigen Bauantrag, Probleme bereiten insbesondere Abstandsflächen. „Wir arbeiten aber mit Hochdruck daran“, sagte Ersoy Sam, juristischer Berater des VIKZ-Bundesverbandes. „Noch 2010 soll das Verfahren abgeschlossen werden. Wir möchten gerne Anfang 2011 starten.“
Aus den Fehlern vergangener Jahre habe man gelernt. Das Konzept für die Jugendarbeit solle in Abstimmung mit der Stadt entwickelt werden.CDU-Fraktionsvize Heinz-Bernd Einck kündigte an, dass sein Ortsverband bald zu einer Bürgerversammlung ins Canisius-Pfarrheim einladen werde. „Das tun wir aber erst dann, wenn die Pläne für den Neubau tatsächlich vorliegen. Wir wollen nichts an den Bürgern vorbei durchdrücken.“








