Voll bei der Sache: Die Gymnastikgruppe Nord Sport ist stets gut besetzt. Foto: Holz
Über mangelnden Zuspruch konnten sich die Initiatoren wahrlich nicht beklagen, wie sich Hans Naumann erinnert. „Wir hatten viele Jahre in beiden Gruppen einen Aufnahmestopp.“ Der Abteilungsleiter erklärt, warum so viele Männer und Frauen aktiv sein wollen. Es gehe nicht nur um den Sport. „Senioren wollen nicht allein zu Hause bleiben.“ Daher kommt bei „Nord Sport“ die Geselligkeit nicht zu kurz.
Was etwa im Fußball als dritte Halbzeit gepflegt wird, schätzen auch die Ü60-Sportler, die einmal im Monat gemeinsam etwas Nicht-Sportliches unternehmen.Verbissen geht es auch nicht donnerstags beim Nordic-Walking am Rodelberg oder montags bei der Gymnastik zu. „Gesund alt werden“ lautet das Motto der Aktiven, wie es Hans Naumann formuliert. Er selbst hat das Gehen mit den Stöcken für sich entdeckt.
Offenbar eine Frauen-Domäne scheint hingegen die Gymnastik-Stunde montags ab 17:30 Uhr in der Turnhalle an der Händelstraße zu sein. Seit der ersten Stunde führt hier Karin Rockstein die Regie – ebenso wie Erika Düsener beim Nordic-Walking.
Ein kleiner Unterschied zwischen beiden Sportgruppen fällt sofort auf. Ins Gehör, um genau zu sein. Denn bevor Karin Rockstein und ihre Schützlinge mit dem Aufwärmprogramm beginnen und den Kreislauf behutsam in Schwung bringen, schaltet die Übungsleiterin erst einmal die Musikanlage an. „Auf die Melodie hören“, erklärt sie, denn die gibt der Gruppe den Takt vor.
Die Sportlerinnen und Sportler gehen wild durch die Halle, kreisen dabei ihre Armen. Dann stellen sie sich vier Reihen vor Karin Rockstein auf. Die Männer und Frauen bleiben dennoch immer in Bewegung. Während sie auf der Stelle gehen, zeigt die Kursleiterin die nächsten Übungen an. „Jeder macht nur so viel, wie er kann“, betont Hans Naumann.Nach einer Viertelstunde werden die ersten Trainingsjacken ausgezogen. Trotz der kühleren Temperaturen in der Halle wird manchem warm. „Wir geht es euch?“, fragt Karin Rockstein in die Runde. „Gut“, schallt es ihr entgegen.
Auf dem Hallenboden werden nun Matten verteilt. „Jetzt kommt der gemütliche Teil“, flüstert eine Sportlerin. Ein Hauch von Ironie? Denn die Dehn- und Kräftigungsübungen sind keineswegs entspannend.Mit ruhiger Stimme sagt Karin Rockstein die weiteren Übungen an, nachdem es sich alle auf den Matten „bequem“ gemacht haben. „Oberkörper aufrichten. Halten. Das Atmen nicht vergessen.“ Karin Rockstein geht mit gutem Beispiel voran und macht die Übungen mit. „Langsam wieder ab.“
Nach einigen Wiederholungen fragt die Übungsleiterin ihre Schützlinge erneut nach dem Befinden. „Geht‘s euch gut?“ Inzwischen erwidern die Aktiven ein etwas zögerlicheres „Ja“. Keine Angst, das ändert sich schnell wieder. Am Ende der Stunde sind alle stolz darauf, etwas für sich getan zu haben.Dass sich das am nächsten Tag möglicherweise ändern kann, sollten wir an dieser Stelle wohl lieber verschweigen...
Wer mitmachen möchte, kann bei der Gymnastik-Gruppe (montags, 17:30 Uhr Sporthalle Händelstraße) oder beim Nordic-Walking (donnerstags 10 Uhr, Rodelberg) einfach mal reinschnuppern. Näheres Informationen hält Hand Naumann unter 59493 bereit.








