Auch diese Gruppe beweist in der Overberghalle, dass Cheerleading eine durchaus artistische ist. Foto: Wiethaup
Heute ist Generalprobe – nicht nur für sie, sondern für allen anderen genauso. Und als Publikum haben sich in der Overberghalle nicht nur viele Eltern und Großeltern versammelt, sondern auch eine ganze Menge von den harten Football-Jungs der Recklinghausen Chargers. Zu deren Unterstützung sind die sportlichen, tänzerischen, artistischen Darbietung der jungen Mädchen eigentlich gedacht, doch man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier längst etwas ganz eigenes entstanden ist.
Und so hat man auch beim Verband umgedacht, worauf deren Präsident, der Marler Peter Springwald, mit dem Finger auf seinem Shirt hindeutet: AFCV steht da auf der breiten Brust, was „American Football and Cheerleading-Verband“ bedeutet. „Früher fehlte da eben das C wie Cheerleading, da haben wir quasi ein Fünftel aller Mitglieder unterschlagen“, so Springwald, der bei der diesjährigen NRW-Meisterschaft in Mülheim nicht nur mehrere hundert Teilnehmerinnen, sondern auch um die 2000 Zuschauer erwartet.
Trendsport Cheerleading? Ja und nein! Im Jahr 2007 war es um diese Abteilung bei den Chargers nicht mehr sonderlich gut bestellt, wie Christiane Groß weiß: „Da hatten wir nur noch 13 Mädchen.“ Doch dann hat man die Sache in die Hand genommen und kräftig geworben, was sich auszahlte: „Heute haben wir knapp 60 Mädchen.“ Und bei einem solchen Zuwachs dürften einige Turnvereine neidisch werden.
Unterteilt sind die jungen Sportlerinnen in „Peewees“ (von sechs bis zwölf Jahren) und „Juniors“ (bis 16 Jahre), doch was ihnen allen gemeinsam ist, ist der sanfte, aber spürbare Ehrgeiz. „Wir werden in Mülheim mit insgesamt sieben Teams an den Start gehen“, erklärt Christiane Groß, und die haben prächtige Namen: „Sweety Mustangs“, „Blue Monsters“, Sweety Sunshines“ oder auch „Red Cookie Monster“.
Sie alle präsentieren in der Overberghalle ihre jeweiligen Choreographien, die nicht immer perfekt, aber stets sympathisch sind, was von den Zuschauern sehr wohlwollend beklatscht wird. „Natürlich würden wir in Mülheim gerne die eine oder andere Konkurrenz gewinnen“, sagt Peter Springwald, der früher Headcoach bei den Chargers war, „aber wenn‘s nicht klappt, dann ist es auch nicht schlimm.“
Und mittendrin hat dann Alisha Brysz ihren Auftritt, dem sie mit so viel Bibbern entgegengefiebert hat. Eine Minute ganz allein – mit vielen Sprüngen und Überschlägen. Am Ende verbeugt sie sich und wird von allen gefeiert, von den Zuschauern, aber vor allem auch von den anderen Mädchen. Und Alisha strahlt.
Gewinnen ist gut, aber kein Muss








