So sieht keine Verlockung aus: Ein hartgefrorener Ascheplatz (hier vom SV Hochlar). Foto: Wiethaup
Was vornehmlich den FC/JS Hillerheide freut: Dem für diesen Sonntag geplanten Testspiel des Bezirksligisten gegen BVH Dorsten steht also nicht mehr im Wege. „Es sei denn, es kommt noch ein halber Meter Schnee herunter“, schränkt Coach Oliver Gallert ein, doch danach sieht es im Moment nicht aus.
Wer davon ebenfalls profitiert, ist die PSV, die am Sonntag eine Vorbereitungspartie bei der Hillerheider Zweitvertretung geplant hatte, die jetzt ebenfalls ziemlich sicher zur Durchführung kommen wird. Doch das war‘s dann eigentlich schon mit den guten Nachrichten vom Recklinghäuser Fußball: Ansonsten gilt nämlich fast überall, was Maik Steffen, der Coach von SW Röllinghausen, so treffend formuliert: „Die Jungs wollen an die Kugel“. Doch das ist eben nicht ganz unkompliziert in diesen Tagen.
Auch in Röllinghausen hatte man für den Sonntag ein Testspiel vorgesehen – gegen den FC Leusberg. Doch ob es dazu kommt, ist aktuell noch offen: „Die Asche sieht eigentlich ganz gut aus“, so Steffen, „sie ist recht plan und obendrauf ist sie ein wenig locker. Aber vor den Toren sieht‘s nicht so toll aus. Da ist es sehr uneben, und das ist gefährlich.“
Immerhin: In Röllinghausen will man heute anpacken und alles versuchen, um den den Platz bespielbar zu bekommen. Wenn das nicht klappt, so Steffen weiter, „dann muss man als Trainer eben kreativ sein. Und zur Not kann man auch auf dem Metro-Parkplatz kicken, der ist immerhin erleuchtet.“
Diese Idee hat der SWR-Coach allerdings exklusiv, ansonsten wird nach der gängigen Methode „Laufen kann man fast überall“ verfahren. Das mag der Kondition allemal zuträglich sein, aber irgendwann leidet die Motivation: „Die Spieler haben doch keinen Bock, nur immer zu rennen“, weiß Stefan Erdt, Trainer des Kreisliga-A-Spitzenreiters Preußen Hochlarmark. Und so verfährt man dort und auch anderswo zwangsläufig nach dem Dreiklang: Cageball, Beachsoccer und Spinning. Spinning?
Fitness-Freunde kennen das Gruppentraining auf stationären Fahrrädern sehr wohl, doch dass sich auch Fußballer in die Sättel schwingen, ist für manchen eine echte Neuigkeit. Und doch hat es sich sehr schnell herumgesprochen, dass man hier auf alternative Weise Kondition bolzen kann – und das auch noch im Warmen. Bei „City-Fitness“ an der Hubertusstraße geben sich die Fußballvereine quasi die Fahrradgriffe in die Hand.
Torsten Welke von der Spvgg. 95/08 hat noch eine andere Möglichkeit ersonnen, seine Kicker bei Laune zu halten: Er schickt sie ins Wasser. „1000 Meter Schwimmen im Copacabackum“, erklärt der Coach der Ludwiger, „und danach drei Saunagänge. Das kommt gut an.“
Und doch kann der ganze Indoor-Sport nicht den echten Outdoor-Kick ersetzen, und so sind eben jene Klubs in diesen Tagen beneidenswert, die wie der FC/JS Hillerheide über einen Kunstrasenplatz verfügen, oder die sich einen Testspielgegner geangelt haben, der einen solchen hat. So wie die SG Suderwich zum Beispiel, die am Sonntag bei der „Zwoten“ von Wanne 11 antreten kann. Oder wie die Spvgg. 95/08, die bereits heute Abend bei Concordia Flaesheim auf das Plastik-Geläuf darf. Das Testspiel gegen die Langenbochumer A-Jugend am Sonntag fällt dagegen aus.
Ein Schicksal, das auch der Partie zwischen dem 1. FC Preußen und Wacker Gelsenkirchen drohen könnte, doch wie in Röllinghausen gilt auch in Hochlarmark, dass man mit allen Mitteln versuchen will, den Platz noch halbwegs gefahrenfrei zu bekommen.
Denn zumindest für die Kreisligisten wird die Zeit langsam knapp: Noch besteht keine Grund, in Panik zu verfallen, doch der Röllinghäuser Maik Steffen erinnert daran, dass nur noch drei Wochen bis zum Start in die Restsaison verblieben.Allein bei der PSV sorgt man sich nicht sonderlich, denn am kommenden Wochenende geht‘s nach Nottuln ins Trainingslager, zwei garantierte Testspiele auf einem blitzsauberen Kunstrasen inklusive. Und Traienr Sebastian Hofsäss verspricht seinen Jungs: „Das wird hart.“ Was tut man nicht alles für den Klassenerhalt.








