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Spielt mit ähnlich forscher Brillanz wie Glenn Gould: Martin Stadtfeld.
Bachs drittes, viertes und siebtes Cembalo-Konzert hat Stadtfeld gerade für denselben Plattenkonzern und ebenfalls nicht historisierend auf dem Cembalo, sondern auf einem modernen Steinway-Flügel eingespielt wie vor Jahrzehnten der Kanadier. Doch der junge Deutsche verkörpert keine Gould-Wiedergeburt. Am ehesten erinnern noch die Ton für Ton gestochen klar artikulierten rasenden Zweiunddreißigstel-Läufe an das große Vorbild. Aber die innige Emphase der getragenen Mittelsätze zeigt ein eigenes Kaliber. Faszinierend, wie Stadtfeld in das entrückte Adagio des D-Dur-Konzertes oder in das Larghetto des A-Dur-Konzertes hineinlauscht. Grandios, mit welcher Brillanz er im A-Dur-Konzert die Sechzehntel-Girlanden auftürmt und wie filigran er im g-Moll-Konzert mit weichem Anschlag die Triller wie auf einem Cembalo hintupft. Dafür bedient er sich reichlich des Pedals. Störend wirkt nur im D-Dur-Konzert die mit der Linken allzu markant angeschlagene Bass-Stimme.
Stadtfeld hat ein feines Gespür für die melodische Kraft der Kantilenen, die man eher bei Vivaldi als bei Bach vermutet. Und tatsächlich wirkt es erhellend, wie er seinen Bach in die Nähe des Venezianers rückt. Als Meister des Solokonzertes diente Vivaldi dem Thomaskantor als Vorbild. Doch der Ruhm, das moderne Klavierkonzert erfunden zu haben, in dem das Tasteninstrument statt einer begleitenden eine solistische Funktion übernimmt, gebührt Bach. Kurios freilich, dass alle Cembalo-Konzerte Bearbeitungen sind. Das g-Moll und das D-Dur Konzert wurden ursprünglich für Violine. Das A-Dur-Konzert vermutlich für die Oboe d’amore komponiert.
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