Holocaust-Überlebende mit NRW-Verdienstorden geehrt

Düsseldorf (dpa/lnw) Die Cellistin Anita Lasker-Wallfisch (92), eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters in Auschwitz, ist am Dienstag mit dem nordrhein-westfälischen Verdienstorden ausgezeichnet worden.

  • Anita Lasker-Wallfisch

    Anita Lasker-Wallfisch. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hob bei der Verleihung ihre «einzigartigen Verdienste» bei zahllosen Vorträgen und Besuchen in Schulen hervor. Lasker-Wallfisch habe «über viele Jahre ihren großen Beitrag dazu geleistet, damit das Klima in unserer Gesellschaft nicht mehr von Antisemitismus, Rassismus, Hass und Gewalt belastet wird», sagte Laschet. «Wir sind verpflichtet, die Erinnerung lebendig zu halten. Damit nicht wieder Katastrophen geschehen.»

Die Auszeichnung überreichte Laschet der in Breslau geborenen Lasker-Wallfisch auf den Tag 75 Jahre nach ihrer Verurteilung. Die damals 17-Jährige war am 5. Juni 1943 wegen Urkundenfälschung zu einer Zuchthausstrafe verurteilt worden. Sie hatte versucht, mit einem gefälschten Pass nach Frankreich zu entkommen.

Ende 1943 wurde Lasker-Wallfisch in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort und später in Bergen-Belsen musste sie beim Ein- und Auszug der Arbeitstrupps mit anderen Häftlingen musizieren. Nach der Befreiung wanderte sie nach London aus und kam erst 1994 erstmals wieder nach Deutschland zurück.

Der Landesverdienstorden ist eine der höchsten Auszeichnungen Nordrhein-Westfalens und auf 2500 Ordensträger begrenzt.

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  • Erstellt:
    5. Juni 2018, 20:53 Uhr
    Aktualisiert:
    8. Juni 2018, 03:33 Uhr