Fahrzeug brannte komplett aus: A43-Baustelle: Im Notfall nur schwer zu erreichen

Recklinghausen Bei einem Fahrzeugbrand in der Großbaustelle am Autobahnkreuz Recklinghausen auf der A 43 ist der Fahrer glimpflich davongekommen, sein Auto allerdings Schrott. Gut, dass der Mann sich am Montagvormittag selbst retten kann und niemand sonst in Mitleidenschaft gezogen wird – denn von der Feuerwehr war auch 17 Minuten nach der Alarmierung nichts zu sehen. Woran das liegt:

  • Der Ford C-Max brannte auf der A43 mitten in der Baustelle komplett aus. Foto: Feuerwehr Recklinghausen

Im Nachgang befeuert das Unglück die Diskussion um ein Problem, das auf den Nägeln brennt: Die Fahrzeuge der Recklinghäuser Feuerwehr hatten schlicht keine Chance, an den Unglücksort heranzukommen. Nun sollen die Absprachen zwischen der Feuerwehr und dem Landesbetrieb Straßen.NRW intensiviert werden.

Für die Rettungskräfte ist es am Montag ein Albtraum: Um 10.18 Uhr werden die Profis der Feuer- und Rettungswache RE und des Rettungsdienstes zum Einsatz gerufen. Zwischen der Autobahnauffahrt Recklinghausen und dem Autobahnkreuz brennt in Fahrtrichtung Wuppertal ein Pkw. Über Kilometer zieht sich dort die Großbaustelle für den sechsspurigen Ausbau der A 43 hin. An die Bildung einer überlebenswichtigen Rettungsgasse ist in der engen Baustellen-Spurführung nicht ansatzweise zu denken. Es gibt keinen Platz, die Autofahrer trifft keine Schuld. 800 Meter vor dem brennenden Fahrzeug bleiben die Feuerwehrleute im Stau stecken.

Löschzug kommt von der Gegenfahrbahn

Es geht nicht vor und nicht zurück, sie müssen versuchen, die Strecke mit Feuerlöschern zu Fuß zu überwinden. Zum Glück kommt ein weiterer Löschzug von der Feuerwehr Recklinghausen-Süd auf der Gegenspur schneller an den Unglücksort heran, er bekommt die Lage in den Griff.

Die Lösch- und Aufräumarbeiten nehmen – inklusive Vollsperrungen im Berufsverkehr in beiden Richtungen – mehr als eine Stunde in Anspruch. Es kommt zu kilometerlangen Rückstaus, auch die Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache sitzen erst einmal darin fest. Für Oberbrandmeister Christian Schell, Pressesprecher der Recklinghäuser Feuerwehr, ist die Situation buchstäblich brandgefährlich: „In der Baustelle ist absolut kein Platz für eine Rettungsgasse.“

Gespräche mit Straßen.NRW

Die Feuerwehr will nun gemeinsam mit Straßen.NRW nach Lösungen suchen, um die Lage zu entschärfen. Zwar gibt es das Angebot des Landesbetriebs, dass die Feuerwehr Baustellenzuwegungen und Brückenrampen benutzen kann. „Wir haben das abgelehnt, es ist keine befriedigende Lösung“, sagt Feuerwehrmann Schell. „Es gibt einfach zu viele Unwägbarkeiten, die im Notfall noch mehr Zeit kosten. Die Baustellensituation verändert sich doch dynamisch – was ist, wenn plötzlich ein Bagger im Weg ist, eine Grube oder ein Graben, mit dem keiner rechnet? Wenn man dann noch einmal umdrehen muss, ist alles zu spät.“
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  • Erstellt:
    21. Juni 2018, 11:39 Uhr
    Aktualisiert:
    26. Juni 2018, 03:33 Uhr
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