Falschmeldungen im Internet: So unterscheidet man echte Nachrichten von Fake News

In Sachen Glaubwürdigkeit liegen gedruckte Zeitungen nach wie vor ganz weit vorne bei den Lesern. Kein Wunder, denn immer häufiger sorgen im Internet und in den sozialen Netzwerken so genannte Fake News für Verunsicherung. Doch wie erkennt man solche Fake News? Wir haben fünf Tipps zum Umgang mit Falschmeldungen im Internet zusammengestellt.

  • Die International Federation of Library Associations and Institutions, kurz IFLA, eine internationale Vereinigung bibliothekarischer Verbände, hat eine Infografik zum Erkennen von Fake-News veröffentlicht. Foto: IFLA

Auch die großen Internetkonzerne, Fernsehsender und freie Initiativen machen mittlerweile Jagd auf Fake News. Diese Kampagnen und Projekte sind im Moment in Planung oder bereits umgesetzt:

Facebook

Das weltgrößte Online-Netzwerk hatte zuletzt den Kampf gegen die Ausbreitung gefälschter Nachrichten deutlich verstärkt, unter anderem mit Hilfe von Medienunternehmen. So werden den Nutzern beim Teilen von Artikeln, deren Wahrheitsgehalt als zweifelhaft eingestuft wurde, Warnhinweise angezeigt. Zudem will Facebook die finanziellen Anreize für die sogenannten «Fake News» abschaffen, indem damit kein Geld über Anzeigen mehr verdient werden kann. Das Online-Netzwerk war scharf kritisiert worden, weil sich im US-Präsidentschaftswahlkampf falsche Nachrichten scheinbar ungehindert auf der Plattform ausbreiten konnten.

Nun soll eine ehemalige Managerin der «New York Times» bei Facebook den Kampf gegen gefälschte Nachrichten und die Zusammenarbeit mit Medienunternehmen anführen. Alex Hardiman wurde auf den neu geschaffenen Job des News-Produktmanagers befördert.

Google

Google hat eine Initiative gestartet, um stärker gegen gefälschte Nachrichten und Hassbotschaften in Netz vorzugehen. Der Internet-Konzern kündigte das «Project Owl» (Projekt Eule) an, mit dem «minderwertiger Content» aus seinen Suchergebnissen und anderen Diensten weitgehend verbannt werden solle. Dabei sollen menschliche Testpersonen den Suchalgorithmus entsprechend trainieren, sagte Google-Entwickler Pandu Nayak der dpa.

Für Google seien seit geraumer Zeit weltweit zehntausende Internet-Anwender aktiv, um Änderungen der Suchformel in einem Blindtest zu bewerten. Dabei bekommen die Tester die Suchergebnisse vor und nach der Algorithmus-Änderung zu sehen und müssen beurteilen, welches besser ist. In Deutschland seien rund 600 Testpersonen im Einsatz. Die Richtlinien für die Testpersonen seien nun komplett überarbeitet worden. Anhand von ausführlicheren Beispielen zu Webseiten von minderer Qualität wolle Google es Bewertern erleichtern, Seiten angemessen zu melden und zu kennzeichnen, die irreführende Informationen, unerwartet anstößige Suchergebnisse, Falschmeldungen und unbestätigte Verschwörungstheorien enthielten.

«Es gibt ähnlich wie bei Spam-Mails Leute, die unser System austricksen wollen. Dagegen werden wir nun noch schärfer vorgehen», sagte Nayak. Die Testpersonen sollen im Auftrag von Google allerdings nicht massenhaft ungeeignete Seiten aus den Suchergebnissen herausfiltern, sondern den Algorithmus der Suchmaschine auf eine bessere Erkennung der minderwertigen Inhalte trainieren.

Hier erklärt Google, wie die eigene Suchmaschine funktioniert.

Wikipedia

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales will mit einer neuen Nachrichtenplattform den Kampf gegen gefälschte Nachrichten im Netz aufnehmen. Nach dem Prinzip des Online-Lexikons Wikipedia sollen die Nachrichten dabei von einer Gemeinschaft aus Mitarbeitern und Freiwilligen auf Fakten geprüft werden. «WikiTribune» soll ebenfalls wie Wikipedia ohne Anzeigen auskommen und sich stattdessen über Spenden finanzieren. Das Nachrichten-Geschäft sei zerstört, aber man könne es reparieren, sagte Wales in einer Videoaufzeichnung.

Im Netz habe die Finanzierung über Anzeigen vor allem dazu geführt, dass Nachrichten um jeden Preis für Klick-Raten verbreitet würden - oft ohne jegliche Faktenkontrolle, sagt Wales. Dagegen wolle WikiTribune die Faktenlage der Nachrichten transparent gestalten. Dafür sollen zum Start zunächst mindestens zehn Journalisten eingestellt werden. «Es gibt eine ganze Reihe von Leuten, die das als eine vertrauenswürdige Plattform ansehen würden, sollte es richtig gemacht werden», sagte Joshua Benton von der Harvard University dem Online-Portal der BBC. «Aber zehn bis 20 Leute werden es nicht schaffen, "die Nachrichten zu reparieren".»

Hier geht es zur Wiki Tribune.

Initiativen aus Deutschland

Online-Angebote gegen Fake News und Verschwörungstheorien sind  aktuell für den Grimme Online Award 2017 nominiert worden. Dazu gehört zum Beispiel «Datteltäter», ein «Bildungsdschihad» des jungen ARD/ZDF-Angebots Funk gegen Vorurteile, mit denen sich Muslime konfrontiert sehen. Oder die Facebook-Gruppe #ichbinhier, die gegen Hasskommentare und Hetze im Internet vorgeht. Auch bei der ARD oder dem Bayerischen Rundfunk gibt es Faktencheck-Seiten und Video-Tutorials.

YouTube-Anleitung zum Erkennen von Fake News

Facebook-Gruppe #ichbinhier

YouTube-Kanal Datteltäter

Mit Material von dpa

 

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