Razzia gegen Clans: Tabak, Betäubungsmittel und Geld sichergestellt

Region Bei der großangelegten Razzia gegen Clankriminalität im Ruhrgebiet haben die Einsatzkräfte Betäubungsmittel, unverzollten Tabak und Geld sichergestellt. Etwa 1300 Polizisten hatten am Samstagabend zeitgleich unter anderem in Dortmund, Essen, Duisburg, Recklinghausen, Bochum und Gelsenkirchen zugeschlagen. Die Beamten vom Polizeipräsidium Recklinghausen waren in der Kreisstadt, Herten, Gladbeck und Botrrop im Einsatz, wo sie acht Objekte (Shisha-Bars) ins Visier nahmen. Hier eine erste Bilanz der Polizei und des Ministeriums.

  • Razzien in mehreren Shisha-Bars in NRW

    Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen gibt während einer Razzia in einer Shisha-Bar Interviews. Foto: Bernd Thissen

Auch die Polizei Recklinghausen hat Bilanz gezogen: 238 Personen wurden überprüft und unversteuerter Wasserpfeifentabak wurde im zweistelligen Kilobereich sichergestellt. 13 Mal gab es Strafanzeigen wegen u. a. Steuerverstößen, verbotenem Glücksspiels, Betruges und Schwarzarbeit. Zudem stellte die Polizei zwei Spielautomaten sicher.
 
Bei den Fahrzeugkontrollen wurden Anzeigen geschrieben (u.a. gefahren unter Drogen-Einfluss) und acht Verwarnungsgelder erhoben.

Laut dem NRW-Innenministerium wurden in der Nacht bei Kontrollen in Shisha-Bars, Wettbüros, Spielhallen und Diskotheken insgesamt 14 Menschen festgenommen und mehr als 100 Strafanzeigen erstattet. Außerdem wurden über 500 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten geschrieben und rund 430 Verwarngelder verhängt. Die Beamten der unterschiedlichen Behörden stellten zehn Waffen wie verbotene Messer und Teleskopschlagstöcke, mehrere Tausend Euro Bargeld und mehrere Hundert Kilogramm unversteuerten Tabak sicher.

Baurechts- oder Hygienemängel

25 kontrollierte Betriebe mussten von den Behörden wegen Baurechts- oder Hygienemängeln sofort geschlossen werden. „Der Einsatz zeigt, dass manche Clanmitglieder sich offenbar systematisch über Recht und Gesetz hinwegsetzen. Für diese kriminellen Teile der Großfamilien haben wir eine klare Botschaft: Bei uns in Nordrhein-Westfalen gilt nicht das Gesetz der Familie, sondern das Gesetz des Staates“, kommentierte NRW-Innenminister Herbert Reul den Einsatz. Er hatte sich in der Nacht in Bochum, Duisburg und Essen selbst ein Bild von den Kontrollmaßnahmen gemacht.

Nicht alle unter Generalverdacht stellen

Reul warnte am Rande der Razzia aber auch davor, alle Mitglieder von Großfamilien unter Generalverdacht zu stellen. „Selbstverständlich gibt es in diesen Familien auch viele rechtschaffende Leute. Und es gibt Leute, die vom kriminellen Tun genug haben. Diesen sollten wir in Zukunft auch Ausstiegsangebote unterbreiten“, so der Minister.
 

Shisha-Bar

Großkontrolle der Polizei: Razzia gegen Clan-Kriminalität im Kreis Recklinghausen

Wie zuletzt bei Razzien im Juli und August im Kreis Recklinghausen wurde am Samstagabend eine Schwerpunktaktion angesetzt. Dabei waren 1300 Beamte in ganz NRW im Einsatz. Es ging um den Verdacht der Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit. Die Razzien begannen in Essen, Bochum, Duisburg, Gladbeck und Bottrop. Anschließend ging es nach Herten, wo zunächst eine Shisha-Bar an der Schützenstraße kontrolliert wurde, und nach Recklinghausen zur Reitzensteinstraße sowie Hertener Straße. mehr...

Bei der konzertierten Aktion wurden in der Nacht von Samstag auf Sonntag knapp 1.300 Polizistinnen und Polizisten eingesetzt. Hinzu kamen rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ordnungsämtern, Zoll, Finanzämtern, Baumämtern, Gewerbeaufsicht, Ausländerämtern, Staatsanwaltschaften und anderen Behörden. „Dieser vernetzte Ansatz hat sich einmal mehr bewährt. Wir werden die Zusammenarbeit mit unseren Sicherheitspartnern daher in Zukunft weiter ausbauen“, sagte Reul.


 
Die Kontrolleure der unterschiedlichen Behörden schlugen am Samstag um 21 Uhr  zeitgleich in den Zuständigkeitsbereichen der sechs Polizeipräsidien Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Recklinghausen zu. Insgesamt wurden dabei mehr als 1.500 Personen und über 100 Shisha-Bars, Wettbüros, Spielhallen und Diskotheken kontrolliert. Außerdem gab es über 800 Verkehrskontrollen. In Essen wurde ein Mann nach Angaben der dortigen Sicherheitsbehörden mit 9000 Euro festgenommen. Die Beamten stellten das Bargeld sicher, sagte ein Polizeisprecher am Morgen.

Laut NRW-Innenministerium handelte es sich um die größte Razzia gegen Clankriminalität in der Geschichte des Bundeslandes. Es gehe um den Verdacht der Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit.

mit dpa

1 KOMMENTAR
14.01.19 08:10

Allein

von Grundguetiger

die Nachtdienstzulagen für die teilnehmenden Beamten übersteigen den Wert der illegalen Waren.
Aus Polen kommt mehr zu uns.
Baurecht mitten in der Nacht von der Polizei durchsetzen lassen?
Da hakt es wohl an anderen Stellen.
Aber wir haben einen neuen Sheriff im Dorf.
Tue so, als hättest du alles im Griff, und zeig´s im Fernsehen.
Der gemeine AFD Wähler merkt eh nix.

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.