Vier Männer und zwei Frauen wurden festgenommen, die als Haupttäter die Fäden zogen. Bei der Festnahme von drei der Täter waren aufgrund der zu erwartenden Gewaltbereitschaft Spezialkräfte vor Ort. Insgesamt durchsuchten die Beamten vier Wohnungen in Duisburg und eine weitere Wohnung in Essen.
Gegen vier Täter bestand bereits Haftbefehl. Neben umfangreichen Kräften von Zoll und Polizei waren auch vier Rauschgifthunde beider Dienststellen im Einsatz. Kräfte der Bereitschafspolizei sicherten die Durchsuchungen in Duisburg ab. Gefunden wurden dabei 250 g Kokain, Streckmittel sowie Bargeld.
Haupttäter für den „kaufmännischen" Bereich ist ein 44-jähriger Albaner aus Essen, für den logistischen Teil ist ein 42-jähriger Albaner aus Duisburg verantwortlich. In Arbeitsteilung mit weiteren Tätergruppierungen in Albanien und Peru organisierten beide gemeinsam Kokaintransporte auf dem Luftweg von Südamerika nach Westeuropa.
In Zusammenarbeit mit der peruanischen Polizei wurde vor zwei Wochen auf dem Flughafen im Lima (Peru) ein 19-jähriger deutscher Kurier überprüft und festgenommen. Im Gepäck hatte er 35 Kilogramm Kleidung, die mit verflüssigtem Kokain mit einem hohen Wirkstoffgehalt imprägniert war. Nach Angaben der peruanischen Polizei entspricht die sichergestellte Kleidungsmenge nach Extrahierung der Flüssigkeit etwa einer reinen Kokainmenge von fünf Kilogramm.
Die Ermittlungen ergaben, dass der 42-Jährige aus Duisburg darüber hinaus über mehrere weitere Kokainlieferanten in den Niederlanden verfügt. Von dort versorgten sich die Täter mit kleineren Mengen Kokain, welches als „Zubrot" in einem rege betriebenen Straßenhandel in Duisburg-Marxloh ohne Ladenöffnungszeiten, also rund um die Uhr, an Drogenabhängige weiterverkauft wurde. Unterstützt wurde der Handel mit Kokain von dessen Ehefrau (39 J.). Auch die minderjährigen Kinder des Paar wurden zur Weitergabe oder Übergabe des Kokains eingespannt. Um das Familienunternehmen zu komplettieren, setzte der „König von Marxloh" noch weitere Verwandte als „Bunkerhalter" ein.


