Unser Nachrichtenüberblick: NRW-Warntag, keine Hetzjagden, mehr Befristungen

Einen wunderschönen guten Morgen! Am gestrigen Tag trafen in Marl Moscheegegner auf Gegendemonstranten. Sachsens Ministerpräsident hat der Kanzlerin widersprochen und laut einer Studie vernachlässigen wir Deutschen echte Sozialkontakte immer weiter. Um 10 Uhr werden heute in ganz NRW die Sirenen ertönen und die Warn-App NINA wird Probealarm schlagen, um die Bevölkerung für das Thema "Warnung" zu sensibilisieren. Was sonst noch wichtig ist und wichtig wird an diesem Donnerstag, den 6. September, lesen Sie in unserem Nachrichtenüberblick.

  • Morgen Neu

Die aktuelle Nachrichtenlage

  • NRW: In ganz Nordrhein-Westfalen heulen am heutigen Donnerstag um 10 Uhr die Sirenen. Grund zur Sorge besteht aber nicht - das Innenministerium veranstaltet einen Probealarm am ersten "NRW-Warntag". Auf der Homepage des Ministeriums gibt es Hörbeispiele und Erklärungen zu den Signaltönen der Sirenen. (Bloß in Recklinghausen wird es still bleiben - bis Ende 2021 werden aber 25 Sirenen über das gesamte Stadtgebiet verteilt sein.)
  • Hamburg: Um nach Chemnitz ein Zeichen zu setzen, zog es mehrere Tausend Demonstranten zur "Anti-Merkel-Demo" am Mittwoch Abend in die Hansestadt. Auf Seiten der Merkel-Gegner kamen jedoch bloß 178 Personen zusammen. Auf der Gegenseite kamen indes geschätzte 10.000 Gegendemonstranten, um ein Zeichen gegen Rassismus und Hass zu setzen.
  • Wiesbaden: Das Verwaltungsgericht Wiesbaden hat am Mittwoch entschieden, dass Frankfurt ab dem kommenden Februar Fahrverbotszonen für ältere Autos einrichten muss. Davon betroffen sind Dieselfahrzeuge mit Euro-4-Motoren sowie Benziner der Schadstoffklassen 1 und 2. Ab dem 1. September 2019 werden auch Euro-5-Diesel ausgesperrt. Der Frankfurter Verkehrsdezernent bedauert diese Entscheidung, da die Kommune nun "die Versäumnisse der Automobilindustrie und auch die Versäumnisse der Bundesregierung ausbaden" muss.
  • Dresden/Berlin: Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer rief in einer Regierungserklärung im Landtag dazu auf "mit aller Kraft" gegen Rechtsextremismus zu kämpfen. Gleichzeitig sorgte er aber mit der Äußerung, dass es "keinen Mob, keine Hetzjagd und keine Progrome" gegeben habe, für Aufruhr. Kanzlerin Angela Merkel selbst hatte bestätigt, dass es Bilder gegeben habe, die "sehr klar Hass und damit auch die Verfolgung unschuldiger Menschen" gezeigt hätten. Kretschmer muss sich nach seiner Aussage nun weiterhin der Kritik stellen, die Vorfälle in Chemnitz zu verharmlosen.
  • Berlin: Laut der repräsentativen Studie Freizeit-Monitor verbringen die Deutschen immer mehr Zeit mit neuen Medien. Beschäftigungen mit dem Smartphone und Internet sind demnach die Gewinner der vergangenen fünf Jahre. Echte Sozialkontakte wie Besuche von Familie und Freunden hingegen bleiben immer häufiger auf der Strecke. Doch die intensivere Beschäftigung mit Medien bringt nicht nur Spaß - durch Selbstdarstellung und regen Informationsfluss stehen viele unter Zugzwang sich in ihrer Freizeit profilieren zu müssen. Viele wünschen sich hingegen mehr Ruhe und Zeit für sich selbst und andere.
  • München: Bei einer Pressekonferenz vor dem Länderspiel gegen Frankreich erklärte Joachim Löw, dass er mit dem Kapitel Özil in der Nationalmannschaft für sich abgeschlossen habe. "Mesut Özil hat vor einigen Wochen seinen Rücktritt erklärt. Er hatte seine Gründe. Von daher ist das Thema abgeschlossen." Nach den Partien gegen Frankreich und Peru will er jedoch noch einmal den Kontakt zu Özil suchen. Dieser hat bislang auf keine Kontaktversuche reagiert.
  • Höxter: Die Staatsanwaltschaft im Mordprozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter hat lebenslange Haftstrafen für beide Angeklagten beantragt. Oberstaatsanwalt Ralf Meyer sieht es als erwiesen an, dass sich die beiden Deutschen des gemeinschaftlichen versuchten und vollendeten Mordes schuldig gemacht haben. Zusätzlich forderte er die besondere Schwere der Schuld. Sollte sich das Gericht dieser Ansicht anschließen, wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. Das angeklagte Paar soll über Jahre hinweg mehrere Frauen in ihr Haus gelockt, dort seelisch unter Druck gesetzt und zum Teil körperlich schwer misshandelt haben. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben infolge der Quälereien. Heute und am kommenden Dienstag werden die Plädoyers der Verteidiger gehalten. Ob das Urteil noch im September gesprochen wird, ist unklar.
  • Frankfurt/Main: Verbraucher müssen sich auf "tendenziell leicht steigende" Preise im Bereich Brot und Backwaren einstellen. Die Bäckereibranche begründete das am Mittwoch vor allem mit Mehrkosten durch die Lkw-Maut, höhere Löhne sowie gestiegene Hygiene- und Qualitätsstandards. Ernteausfälle und drastisch gestiegene Getreidepreise sollen nur eine beiläufige Rolle spielen, da der Rohstoffpreis für beispielsweise Weizen nur einen geringen Anteil am Preis für Brot und Brötchen ausmacht. Voraussichtlich ab Ende des Jahres ist mit den Preissteigerungen zu rechnen.
  • Berlin: Die Zahl befristeter Beschäftigungsverhältnisse hat im vergangenen Jahr mit knapp 3,2 Millionen in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor, die die Linken am Mittwoch in Berlin veröffentlichten und über die die «Bild»-Zeitung zuerst berichtete. Im Vorjahr waren es noch 2,9 Millionen, zehn Jahre zuvor 2,1 Millionen. Auch der Anteil befristeter Jobs an allen Beschäftigungsverhältnissen lag 2017 mit 8,3 Prozent auf einem Höchststand. «Befristung bedeutet Unsicherheit, materieller Mangel und ständig die eigene Verwundbarkeit im Beruf wie im Privatleben vor Augen zu haben», sagte Linksfraktionsvize Susanne Ferschl, die die Anfrage gestellt hatte.
  • Berlin/Ankara: Der türkische Machthaber und Präsident Recep Tayyip Erdogan möchte während seines Staatsbesuchs in Deutschland Ende September vor seinen Landsleuten sprechen. Besonders Berlin oder Köln würden für ihn in Frage kommen. Sein Sprecher stellte am Mittwoch während eines Besuchs in Berlin jedoch klar, dass solch ein Auftritt nur mit Einvernehmen der deutschen Seite stattfinden werde. Erdogan wird am 28. und 29. in Deutschland gastieren, um sich direkt zwei Mal mit Kanzlerin Angela Merkel zu treffen. Außerdem sind ein Staatsbankett und ein Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geplant. Bei dem gestrigen Treffen in der Türkei von Außenminister Maas und Erdogan hatte man sich darauf geeinigt, dass sich beide Länder wieder annähern wollen.
  • Kerpen: Mit einem Großaufgebot ist die Polizei ins Braunkohlerevier Hambacher Forst vorgerückt und hat Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE beim Wegräumen von Barrikaden geschützt. Dabei stieß die Polizei nach eigenen Angaben auf eine Bombenattrappe und ein nicht funktionsfähiges Katapult. Alles in allem blieben die Proteste am Mittwoch aber weitestgehend friedlich. RWE will für den Braunkohleabbau mehr als 100 der verbliebenen 200 Hektar Wald abholzen, darf damit aber frühestens mit Beginn der Rodungssaison ab 1. Oktober beginnen.
  • Osaka/Tokio: In der letzten Nacht kam es auf der japanischen Insel Hokkaido zu einem schweren Erdbeben der Stärke 6,7 und hinterließ schwere Schäden. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, 120 wurden bislang als verletzt gemeldet und mehr als 30 Personen werden noch vermisst. Bereits am Dienstag zog Taifun "Jebi" vor allem durch die Präfektur Osaka und hinterließ große Verwüstungen. Mindestens elf Menschen sind dabei getötet worden. Etwa 600 wurden durch den stärksten Sturm seit 25 Jahren verletzt, wie örtliche Medien am Mittwoch berichteten. Vor allem auf Japans Hauptinsel Honshu sorgte "Jebi" für Schäden, Stromausfälle und Flugausfälle. Der Internationale Flughafen Kansai in der Präfektur Osaka bleibt noch bis Donnerstag geschlossen, nachdem dort eine Rollbahn und das Erdgeschoss des Flughafenterminals überflutet worden waren. Rund 500.000 Menschen in Osaka und fünf Präfekturen waren am vergangenen Nachmittag weiter vom Strom abgeschnitten, wie das Unternehmen Kansai Electric Power mitteilte.
  • Neuhardenberg: Bundesinnenminister Seehofer hat laut Medienberichten der "Welt" Verständnis für die Empörung und rechten Demonstrationen in Chemnitz gezeigt. Seine Formulierung, dass Migration die "Mutter aller Probleme" sei, geht am heutigen Morgen durch die Medien.
  • Washington: Laut eines anonymen Artikels in der "New York Post" wird im Weißen Haus aktiv gegen den Präsidenten der Vereinigten Staaten gearbeitet. Ob etwas an diesem Text der Wahrheit entspricht, ist bislang unklar.


Das Wetter

Leider bietet das Wetter keine guten Aussichten für heute. Den ganzen Tag über wird es grau und bewölkt und immer wieder kann es regnen. Die Temperaturen erreichen maximal nur noch 22°. Gegen Abend frischt dazu der Wind auf und sorgt für ein windiges Wochenende.

Die detaillierte Vorhersage für ihre Stadt
 

Was ist los im Kreisgebiet und der Umgebung? 

 

Der Kreis multimedial

Die Kollegen von cityInfo.TV haben es sich nicht nehmen lassen und sind beim Top Run Ruhr am Dienstag übrigens selbst mit gelaufen - also zumindest René ist mitgelaufen. Christin und Christian haben schöne Bilder dabei eingefangen.

Weitere Themen des Tages

  • Ringen um Schicksal der syrischen Rebellenhochburg Idlib: Ist der Angriff auf die letzte große Rebellenhochburg in Syrien noch aufzuhalten? Die internationale Diplomatie läuft heiß. Die Bundesregierung hofft auf das Veto Moskaus vor der befürchteten Schlacht um Idlib, wo sich neben Zehntausenden Bewaffneten auch etwa drei Millionen Zivilisten befinden. Die endgültige Entscheidung könnte am kommenden Freitag in Teheran bei einem Treffen der Präsidenten Russlands, des Irans und der Türkei fallen
  • Statistisches Bundesamt veröffentlicht Zahlen zum Bildungsstand der Bevölkerung: Zum kommenden Weltbildungstag am 8. September wird ein Generationenvergleich bzw Geschlechtsvergleich vorgelegt - wie hat sich die Qualifikation der 30-34- Jährigen im Vergleich zu den 60- bis 64-Jährigen verändert? Dabei geht es etwa um Abitur, Studium und Ausbildung. Die Daten stammen aus dem Mikrozensus 2017.
  • Arbeitsgruppe legt Ergebnisse zum Missbrauchsfall Staufen vor: In dem Ort bei Freiburg wurde ein heute zehn Jahre alter Junge über zwei Jahre missbraucht, im Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen. Seine Mutter und deren Lebensgefährte wurden zu Haftstrafen verurteilt. Die Arbeitsgruppe hatte hinterfragt, wie es dazu kommen konnte, dass das Kind nach ersten Hinweisen zwar erst aus der Familie herausgenommen wurde, später aber wieder dorthin zurückkam. Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertretern des Oberlandesgerichts Karlsruhe, des Amtsgerichts Freiburg und des Landratsamts Breisgau-Hochschwarzwald.
  • Streit um Zahnarzt-Honorar vor dem BGH: Muss eine Patientin eine aus ihrer Sicht misslungene Behandlung bezahlen? Der Frau wurden 2010 acht Implantate eingesetzt, ehe sie die Behandlung vorzeitig abbrach. Das soll gut 34.000 Euro kosten. Sie wirft dem Arzt Täuschung und grobe Fehler vor. 
  • Deutschland gegen Frankreich: Der 15. der FIFA-Weltrangliste trifft auf den frisch gebackenen Weltmeister. Um 20.45 Uhr strebt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in München einen erfolgreichen Neustart an.


Die Lage auf den Straßen 


Typischer Berufsverkehr im Vest: Auf der A42 staut es sich zwischen Herne Crange und dem Kreuz Herne auf einer Länge von 2 Kilometern. Ebenso haben wir wieder 3 Kilometer Stau auf der A43 zwischen Recklinghausen-Hochlarmark und Herne-Eickel. (Stand 07.11 Uhr)

Die Entwicklung auf den wichtigsten Strecken in unserer Region können Sie bei uns minutengenau auf dieser interaktiven Grafik verfolgen.

 

Wo wird im Kreis geblitzt?

Geschwindigkeitskontrollen hat die Kreispolizeibehörde RE heute hier geplant: 
  • Herten, Fritz-Erler-Str.

(Weitere unangekündigte Kontrollen an anderen Stellen sind möglich)
 

Trends in den sozialen Medien  

Auch in den sozialen Medien wurde die "Anti-Merkel-Demo" in Hamburg unter dem Hashtag #hh0509 gestern hinreichend behandelt:
  Mit dpa-Material
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ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    6. September 2018, 07:14 Uhr
    Aktualisiert:
    6. September 2018, 11:21 Uhr