Das Haustier mit den Scherenhänden. Foto: Thomas Nowaczyk
Vielleicht ist das ein Grund, warum Krabben eher ungewöhnliche Haustiere sind. Weil sie es gerne schattig mögen. Und weil über ihre Haltung ohnehin nicht viel bekannt ist. Eine Tatsache, die Familie Rademacher-Mengedoht ändern will.
Die Eheleute gelten als Experten auf dem Gebiet der Krabbenhaltung. Sie betreiben ein Internetforum mit über 600 Mitgliedern, sie schreiben für Fachzeitschriften, sie halten Vorträge auf Messen und Vereinstreffen und sie stehen in engem Kontakt mit führenden Wissenschaftlern für Süßwasser- und Mangrovenkrabben. „Die Wissenschaftler wissen viel über das Tier an sich. Allerdings nicht, wo und wie es gehalten werden sollte“, sagt Oliver Mengedoht. „Krebse und Garnelen sind bei Forschern beliebter als Krabben.“
Dabei gibt es fast 7.000 Krabben-Arten. Tellergroße und fingernagelkleine. Einzelgänger und Gruppentiere. Im Wasser und an Land lebende. „Jede Krabbenart ist anders. Wir sehen uns deshalb als eine Art Infosammelstelle“, erklärt Rademacher. Manchmal sehen sich die Eheleute allerdings auch als Retter. Wenn sie Krabben in Zoogeschäften kaufen, die dort in völlig falschen Verhältnissen gehalten werden – und meist nicht mehr zu retten sind.
300 Jungkrabben leben derzeit in den unzähligen Aufzuchtboxen, die sich im Wohnzimmer stapeln. Darunter auch der Nachwuchs der Mangrovenkrabbe – dabei gilt diese eigentlich als nicht nachzüchtbar.
Mengedoht: „Wir betrachten das Leben mit diesen Tieren als eine Bereicherung. Dass es einmal so weit kommt, hätten wir auch nicht gedacht.“
Denn eigentlich mag Oliver Mengedoht Katzen. Zu dumm, dass seine Frau und sein Schwiegersohn darauf allergisch reagieren. Dann sah die Familie vor fünf Jahren einen Fernsehbericht über Krabben, wenig später bekam Monika Rademacher eine von ihrem Mann geschenkt. Das erste Haustier, dem viele weitere folgten. Auch Quentin und Zoey. Doch auch die beiden Harlekinkrabben, die größten Krabben der Familie, unterscheiden sich nicht von all den anderen zehnbeinigen Mitbewohnern (auch die Scheren zählen als Beine). Blicken lassen sie sich schließlich erst, als es etwas zu fressen gibt.


