Hafen zugefroren: Eis bringt Öl-Nachschub ins Stocken

Von Michael Schnitzler am 09. Februar 2012 20:55

DORTMUND. Wer nicht aureichend Heizöl eingelagert hat, der sitzt jetzt auf heißen Kohlen. Denn die Lieferanten kommen aufgrund der anhaltenden Kälte kaum mit dem Nachschub hinterher. Zumal der Dortmund-Ems-Kanal als Transportweg inzwischen zugefroren ist.

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Eis macht sich im Petroleum-Hafen breit.

Wie viel Heizöl gibt es noch im Hafen-Lager? Einige Heizöl-Lieferanten sagen: Das Lager ist leer! Michael Happe (Happe Kohlen – Heizöl & Containerdienst), Carsten Gola vom gleichnamigen Mineralölhandel oder Händler Marco Spitau – sie alle weichen auf andere Lager aus, da sie in Dortmund keinen Tropfen Heizöl mehr bekommen.
Das Lager sei nicht leer, sagt hingegen Thomas Knigge, Prokurist der Pusback und Morgenstern Petrotank GmbH Bremerhaven, die das Lager – 32 Tanks mit 77 100 Kubikmeter Fassungsvermögen – im Hafen betreibt: „Der Bestand in Dortmund reicht auf jeden Fall bis Samstag.“

Nachschub kommt aus Lünen

Die Erklärung für die unterschiedlichen Aussagen: Petrotank stellt nur das Lager, genutzt werden die Tanks aber von sechs bis sieben Großhändlern, die das Heizöl an die Lieferanten verkaufen.
Während generell noch „einige tausend Tonnen“ auf Lager seien, könne es sein, so Knigge, dass die Vorräte einiger Händler zur Neige gingen. „Wahrscheinlich sind viele Bestände auch schon verkauft“, so Knigge – Lieferanten, die jetzt ordern wollten, gingen leer aus. So wie Happe, Gola und Spitau. Sie fahren derzeit nach Lünen, wo Petrotank ein Lager mit einer Kapazität von 150 000 Kubikmeter hat. Happe und Gola glauben, dass bald auch dort die Vorräte versiegen.

Die Versorgung steht

Und dann? Gola: „Wir fahren Lager in Duisburg, Köln, Düsseldorf an: Die werden über den Rhein mit Heizöl versorgt, der ja befahrbar ist. Die Versorgung steht also.“ Auch seine Kollegen beruhigen: „Niemand muss sich Sorgen machen, dass das Heizöl ausgeht“, so Spitau. Immer fündig werde man bei Raffinerien wie in Gelsenkirchen, die über Pipelines Öl erhalten. „Das Problem ist die Fahrerei und die Wartezeit. Dort stehen 150 Lkw Schlange“, sagt Happe. Die weiten Anfahrtswege, die alle Lieferanten auf sich nehmen, um Heizöl zu besorgen, führen zu langen Lieferzeiten. Dazu kommt die große Nachfrage wegen der plötzlichen Kälte. „Die Kunden müssen derzeit mit einer Woche Wartezeit rechnen“, so Gola, seine Konkurrenten haben ähnliche Lieferzeiten.

Also: Dortmunder Kunden kommen auch weiterhin an Heizöl heran. Wer aber bald auf dem Trockenen und somit in der kalten Wohnung sitzt, sollte schleunigst beim Lieferanten anrufen, mit steigenden Preisen rechnen und Geduld haben.

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