Der Münsteraner Schützenkönig Dirk Winter hat mit Königsgemahl Oliver Hermsdorf für reichlich Wirbel gesorgt. Winter hat Ärger mit seinem Dachverband, weil er seinen langjährigen Lebensgefährten zur "Königin" gemacht hat.
dpaSchwulenverbände und die nordrhein-westfälische Landesregierung zeigten sich empört. Erst am Sonntag hatte Dirk Winter, schwuler Schützenkönig aus Münster, im münsterländischen Horstmar die Bezirksmeisterwürde und damit die Qualifikation zum Bundesschießen erlangt.
Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS), der Schützen-Dachverband, hatte Winter zuvor untersagt, beim Umzug an der Seite seines Lebensgefährten Oliver Hermesdorf zu laufen, den Winter zur „Schützenkönigin“ gemacht hatte. Das Paar hatte das Verbot aber mit Billigung des gastgebenden Schützenvereins ignoriert. Der BHDS reagierte am Montag mit der Ankündigung, einen Ausschluss Winters vom Bundeskönigsschießen zu prüfen.
Ein Widerspruch zu den katholischen Grundwerten
„Er hatte vorher in einem Fragebogen unterschrieben, dass er sich christlichen Werten verpflichtet fühlt und nach dem Motto ,Für Glaube, Sitte und Heimat‘ lebt“, sagte BHDS-Sprecher Rolf Nieborg. Andernfalls wäre er nicht zum Horstmarer Bezirksschießen zugelassen worden.
Offen gelebte Homosexualität stehe aber im Widerspruch zu den katholischen Grundwerten der Schützenbruderschaften. Der gemeinsame Auftritt war Winter und Hermesdorf vom Bundespräses des BHDS, dem Kölner Weihbischof Heiner Koch, verboten worden.
„Akt offener Diskriminierung“
Renate Rampf vom Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) bezeichnet das Verhalten des BHDS als „unfair und hinterhältig“. Die Staatssekretärin im NRW-Emanzipationsministerium, Marlis Bredehorst, sprach von einem „Akt offener Diskriminierung“.


