Autotest: Ein Mercedes zum Wohlfühlen

Marl Schon immer galt die E-Klasse als Raumwunder, wenn auch mit konservativem Einschlag. Mit dem neuen Modell hat es Mercedes jedoch geschafft, seine positiven Tugenden zu erhalten, gleichzeitig aber auch einen Schritt in Richtung Sportlichkeit und Spritzigkeit à la BMW bzw. Audi zu machen.Unser Testmodell denkt und lenkt mit. Die neuen optionalen „Intelligent Drive Systeme“ wie „Multibeam LED Scheinwerfer“, „Drive Pilot“ oder der „Remote Park-Pilot“ läuten nicht nur die Zukunft des Automobils ein, sondern erweisen sich auch als überaus praxistauglich.

  • E-Klasse Mercedes

    Die neue E-Klasse als T-Modell von Mercedes Benz: deutlich sportlicher als die Vorgänger-Modelle. —Foto: Randolf Leyk

Sind alle Systeme eingeschaltet, fährt die E-Klasse quasi von allein: Die Geschwindigkeit wird den Verkehrsschildern entsprechend gedrosselt, der Abstand zum vorausfahrenden Auto eingehalten – und die Spur ohnehin gehalten. Das ist komfortabel und bequem, macht aber auch ein wenig Angst. Was wird uns in Zukunft noch alles erwarten?

Kosten: Fast 100.000 Euro

Zurück zu unserem Modell: Mit seinen fast fünf Metern Länge wird so manches Parkhaus in der Innenstadt zwar zur uneinnehmbaren Festung, doch auf der Langstrecke spielt der Mercedes seine gesamte Klasse aus. Routiniert und komfortabel schiebt er sich ruhig über den Asphalt. Selbst voll beladen geht es zügig voran. Richtig viel Spaß bereitet das Fahren aber vor allem im Sportmodus, auch wenn dadurch der ökologische Blick auf den Spritverbrauch in den Hintergrund tritt. Wer knapp 100 000 Euro für ein Auto ausgibt, der wird dem Verbrauch aber ohnehin kaum Priorität schenken.

Typisch Mercedes ist auch die hochwertige Verarbeitung im Innenraum: Jeder Stich der Naht sitzt perfekt und gibt dem Cockpit eine edle Optik. Die runden, in Chrom gefassten Lüftungsauslässe wirken darüber hinaus in Kombination mit den sinnvoll platzierten Funktionstasten retro-puristisch und modern zugleich. Die Rückleuchten sind deutlich schmaler und rassiger geworden, die Frontscheinwerfer nicht mehr zweigeteilt wie vorm Facelift des Vorgängers.

Tolles Sitzpaket

Wahre Freude kommt mit dem Aktiv-Multikontursitz-Paket inklusive der diversen Massage- sowie Belüftungsmöglichkeiten für Fahrer und Beifahrer auf, die helfen können, Kondition des Fahrers insbesondere auf langen Strecken zu erhalten – leider natürlich nur gegen Aufpreis zu bekommen.

Die Zusammenarbeit mit dem Hifi-Premium-Anbieter Burmester ist da fast schon eine Selbstverständlichkeit, genauso wie das Platzangebot im Innenraum für die Mitfahrer sowie fürs Gepäck im hinteren Stauraum (bis zu 1 820 Liter). Bei dem aufgerufenen Preis darf man all das aber auch erwarten. Die helle Innenausstattung sein wie in unserem Testfahrzeug muss es aber nicht sein – sieht zwar edel aus, doch die beigen Veloursteppiche sind mehr als empfindlich.

Unsere Wertung:

  • Äußere Werte: Deutlich schnittiger und damit auch sportlicher als die Vorgänger-Modelle kommt die neue E-Klasse als T-Variante daher. Das Heck ist nicht so kantig, so dass das Auto dynamisch herüberkommt.  Note 2+
  • Innere Werte: Innen hält die E-Klasse, was sie von außen verspricht. Unser Modell ist hochwertig verarbeitet, die Armuren erinnern an eine Mischung aus Porsche und Audi. Einzig an das Control-Panel in der Mittelkonsole werden sich Umsteiger gewöhnen müssen.  Note 2+
  • Fahreigenschaften: Laufruhig, dynamisch und variabel – über vier Abstufungen lässt sich das Fahrwerk komfortabler oder sportlicher einstellen. Note: 2+
  • Raumangebot: Der Kofferraum lässt keine Wünsche offen, genauso wenig wie der Innenraum. Auf allen Plätzen haben selbst größere Personen reichlich Raum. Note: 1-
  • Verbrauch: 4,5 Liter sollen es im Mix sein, auch beim Mercedes war das Ziel nicht zu erreichen. Gerade bei der sportlichen Fahrweise war es deutlich mehr. Mit den 6,5 Litern im Schhnitt waren wir aber zufrieden. Note: 2                               (Bewertung nach Schulnoten)
 
- Motor: Verbaut ist ein 2,0-Liter- Dieselmotor mit Start-Stopp-Automatik und vier Zylindern. Getriebe: Automatik 9-G-Tronic. Max. Drehmoment: 400 Nm (1 600-2 800 Umdrehungen). CO2-Emissionen 112 - 120 g/km, Abgasnorm: Euro 6.

- Leistung: Bei 194 PS beträgt die Höchstgeschwindigkeit der von uns gefahrenen E-Klasse als Kombi 235 km/h, 7,7 sec. benötigt das Modell von 0 auf 100. Der angegebene Verbrauch von rund 4,5 Liter Diesel im Mix war vollgepackt und bei sportlicher Fahrweise nicht zu erreichen. Wir benötigten 6,5 Liter, bei sparsamer Fahrweise 5,5 l.

- Karosserie: Länge 4,93 Meter, Breite 2,07 (mit ausgeklappten Spiegeln), Höhe 1,48 Meter. Gepäckraumgröße 640 bis 1 820 Liter. Gewicht 1 780 kg, Zuladung 670 kg, zulässige Anhängelast gebremst 2 100 kg.

- Preise: In der Grundausstattung gibt’s die E-Klasse als T-Modell (Diesel) ab 47 713,05 Euro. Unser Testwagen kostet ab 50 485,75 Euro, die von uns gefahrene Variante 96 407,85 Euro (inklusive aller Extras wie Aktiv-Multikontursitz-Paket, Lederausstattung, Fahrassistenz-Paket Plus, LED-Licht, Panorama-Dach etc.)


 



ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    28. April 2017, 16:58 Uhr
    Aktualisiert:
    29. September 2017, 03:33 Uhr