Autotest: Kia Sorento: Konkurrenz für die Edelmarken

Marl Wie wurde kurz nach der Jahrtausendwende die erste Generation des Kia Sorento von den deutschen Premiumanbietern belächelt. Das Naserümpfen ist mittlerweile zu einem leichten Schnupfen bei den Mitbewerbern geworden, die Zeiten der Überheblichkeit sind längst vorbei. Denn das Flaggschiff aus dem Hause Kia ist nicht mehr nur und ausschließlich robust, sondern auch ausdrucksstark.

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  • Kia Sorento

    Genau hinschauen: Der Kia Sorento ist im Laufe der Jahre gewachsen und zum Komfort-SUV geworden, Interessenten sollten bei einer Probefahrt aber genau hinschauen. Foto: Kia/dpa-tmn

  • Kia Sorento

    Der Kia Sorento vor dem Schloss Gatrop. Foto Leyk

Wir testeten die dritte Generation, die bei den kompakten SUV in puncto Preis unter anderem mit dem VW Tiguan oder Audi Q5 konkurriert. Doch beim ersten Probesitzen und Blick in den Innenraum eröffnet sich ein Platzangebot, das an VW Touareg und Mercedes GLE erinnert – preislich hingegen ist der Sorento deutlich günstiger und endet dort, wo es bei Mercedes und Volkswagen gerade mal anfängt. Sieben Jahre Garantie gibt es bekanntlich obendrauf. Die Platinum-Ausstattung hat so ziemlich alles serienmäßig an Bord, was einem in den Sinn kommt. Das reicht von den beheizbaren und belüfteten Ledersitzen über ein Infotainmentsystem bis hin zu Assistenzsystem und Panoramadach.

Tolles Design und gute Verarbeitung

Darüber hinaus haben die Koreaner beim Design ihre Hausaufgaben gemacht. Die dritte Sorento-Generation kommt nicht mehr klobig daher, sondern genügt auch europäischen Ansprüchen. Die niedrige Dachlinie lässt den Sorento trotz der enormen Maße sportlich und dynamisch erscheinen.

Doch wie sieht es auf der Straße aus? Wer gemütlich lange Strecken bewältigen muss, fährt mit dem Kia im „Comfort-Modus“ (insgesamt gibt es vier Modi von Eco bis Sport) bestens. An seine Grenzen stößt der SUV in der Stadt, auf unebenem Gelände und bei sportlicher Fahrweise. Dank der Geräumigkeit im Innern ist es für Fahrer und Beifahrer sehr gemütlich.

Motor könnte etwas mehr Power vertragen

Doch der Motor kann mehr Kraft vertragen. Trotz der 200 PS machen sich die mehr als zwei Tonnen Leergewicht bemerkbar – und das nicht nur bei den Fahrwerten, sondern auch beim Spritverbrauch. Unser 2,2-Liter-Turbodiesel benötigte gerade in der Stadt und ab Tempo 150 knapp unter zehn Liter. Im Schnitt kamen wir auf rund acht Liter. Wer diszipliniert unterwegs ist und die Höchstgeschwindigkeit zwischen 100 und 110 km/h hält, der kommt auch mit sechs Liter Diesel aus.

Dagegen gibt es beim 8-Zoll-Navigationssystem wenig zu meckern. Es wird per Bildschirmberührung bedient, hat eine sehr gute Auflösung und dient als Kommunikationszentrale für Audio, Telefon und Co. Zudem sind alle Schalter an der richtigen Stelle und übersichtlich angeordnet. Die verarbeiteten Materialien wirken hochwertig. Warum fürs Handschuhfach allerdings einfaches Hartplastik verwendet wurde, bleibt wohl Kias Geheimnis.
Kia Sorento 2,2 CRDi
AWD AT Platinum


Motor: Verbaut ist ein 2,2-Liter-Turbo-Diesel mit 200 PS und 8-Stufen-Automatikgetriebe mit permanentem Allradantrieb. Max. Drehmoment: 441 Newtonmeter. CO2-Emissionen 170 g/km, Abgasnorm: Euro 6.

Leistung: Höchstgeschwindigkeit 205 km/h. Von 0 auf 100 km/h: 9,4 Sek. Verbrauch: ca. 6,5 Liter (kombiniert).Wir haben während des Tests etwa 7,9 Liter Diesel im Mix verbraucht. Anhängelast 2000 kg, beim Schaltgetriebe 2500 kg.

Karosserie: Länge 4,80, Breite 2,14 (inkl. Spiegel), Höhe 1,69 Meter. Gepäckraumgröße 660 bis 1732 Liter. Leergewicht 2107 kg (als Siebensitzer).

Preise: In der Grundausstattung gibt es den Kia Sorento Edition 7 als Benziner mit 188 PS ab 34.490 Euro. Unseren Testwagen gibt es ab 51.690 Euro, inkl. Metallic-Lack und dritter Sitzreihe für 53.280 Euro.


ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    9. Mai 2018, 16:39 Uhr
    Aktualisiert:
    14. Mai 2018, 19:46 Uhr